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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 220

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 220 (sequence 220)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 220 - und Können? Und da muß ich gleich voranschicken: An dem Zionismus liegt es nicht. Unsere nationale Sache vereinigt alle Bedingungen, die angetan sind, iein gesundes, edles Frauengemüt bis in die tiefsten Tiefen zu ergreifen und gefangen zu halten. Auch an den Trägern des nationalen Ideales lag es nicht. Wir wurden von unserem Nationalhelden H e r z 1 und von seinen Getreuen weder vergessen noch verkannt. Sie wissen wohl, daß uns jenes königliche Geschenk, die Vollberechtigung, wie eine Huldigung dargebracht wurde, ohne daß wir uns darum gemüht hätten, ohne Zank und Streit, während anderswo so bitter und herb darum gekämpft werden muß, und bis jetzt mit fraglichem Erfolge. Meine Damen und Herren! Es war vielleicht ein taktischer Fehler — denn die Menschen schätzen bekanntlich ihre Errungen Schäften nach der Mühsal, die sie kostet, ein, aber es ist ein so schöner, hochherziger Fehler gewesen! Und wir Frauen sind wohl am 'wenigsten berufen, ihn zu tadeln. Ja, dann muß es wohl an den Frauen selber liegen? Meine Herren, Sie können nicht verlangen, daß ich das unbeschränkt zugeben soll. (Heiterkeit.) Nun sagt man: unsere Frauen haben von jeher im Judentum eine, untergeordnete Rolle gespielt, und so ist es kein Wunder, daß sie sich nicht zu dem Verständnis der hohen Sache emporschwingen konnten. Es sind hier anwesende Damen mit der Frage an mich herangetreten, ob dem wirklich so sei? denn Sie wissen ja, um zu dieser Meinung zu gelangen, gehört sehr wenig: ein bißchen oberflächliche Lektüre, ein paar abgerissene Sätze, etwas Phantasie und sehr viel Unkenntnis der jüdischen Verhältnisse (sehr richtig), und die Mischung ist da — nämlich die Blamage. (Heiterkeit.) Meine Damen und Herren! Ich antwortete diesen Damen: Gewiß, ich muß es mit schwerem Herzen zugeben: unsere Frauen haben eine sehr unbedeutende Rolle im Judentum gespielt, — aber nur bis Abrahams und Sarahs Zeiten; von da ab wurde es besser (erneute Heiterkeit). Daß unsere Mutter Sarah ein strenges Regime geführt hat, ist ja bekannt; aber wie wohl mußte sie ihren Mann beraten haben, wenn er selbst in der Stunde des Unmutes und der Bitterkeit, als Sarah von ihm verlangte, daß das Erbrecht verschoben werde, zugunsten ihres Vollblutjuden von einem Sohne verschoben werde, wenn er selbst in jener Stunde die „göttliche" Stimme deutlich1 vernahm: „Was Dir Dein Weib Sarah sagt, höre auf ihren Rat!" Es war eben auch kein kleinlicher Grund, der sie zu einer so wichtigen Resolution führte; denn wenn eine alternde Frau den Heldenmut hat — ich kann es nicht anders nennen —, ihrem Manne eine junge Frau zuzuführen, damit sein Stamm nicht erlösche, so ist sie kleinlichen Regungen wenig zugänglich. Einen ähnlichen Zug sehen wir bei Rebekka, die ebenfalls tapfer in die Zügel griff, als sie sah, daß sie in etwas schlaffen Händen; ruhten. Sie wissen, die Bibel geht mandhnäl schonend mit unseren

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