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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 208

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 208 (sequence 208)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 208 — man ihr alle die gefeierten Namen und bewährten Kräfte zuführen müssen, die unter den Lebenden als Meister und Kenner der Sprache gelten. Damit erweitert sich dann die Aufgabe der Sprachakademie ganz ungemein ins Weite und Tiefe. Dann treten zugleich alle die Gegenstände hervor, deren Erforschung, Ergründung und Darlegurijg Selbstzweck der Wissenschaft ist, insbesondere die Geschichte der Sprache, die eigentliche Sprachkunst oder Sprachlehre, die Aussprache, gewisse Dinge in bezug auf die vergleichende Sprachwissenschaft, die Sprache einzelner Dichter und Schriftsteller, die Herausgabe literarischer Denkmäler, der Wortschatz mit seinem Wechsel, Wachsen und Schwinden und was dergleichen mehr ist. In Palästina ist bereits ein kleiner Anfang gemacht worden, wir begrüßen alle Versuche, wir beteiligen uns mit inniger Sympathie an allen Histadruthformen, aber unsere Bestreben und unser — sagen wir — Ehrgeiz fordert es, daß der Zionismus auf all diesen Gebieten das größte leiste. Denn nur durch Vereinigung der Diaspora mit Palästina und der hier und dort führenden Geister kann der Nation in vollem Maße jener Nutzen geschaffen werden, den die Befähigung der isolierten Verbände nur andeuten und anbietein und seine Kraft nur zu einem Teil leisten kann. Und um all diese Wünsche einer praktischen Lösung entgegenzuführen, stelle ich als den einzigen, sofort zu verwirklichenden Antrag: Der Kongreß beschließe die Schaffung eines Hebräischen Ressorts am Zentralbureau. Hochverehrter Kongreß! Jede Bewegung erläßt in der ersten Zeit Parolen, aber aus den Parolen ergeben sich Probleme. Man kann nicht für immerdar im Nebel der Allgemeinheiten weilen. Das wäre verschwommene Stimmungsduselei. Man muß an die Dinge herangehen. Wir wissen jetzt, was wir tun müssen, um in einer Nation, wie es die jüdische ist, Einfluß zu gewinnen. Im Volk des Buches werden Sie nie ohne Buch vorwärts kommen. Das ist der Schlüssel zum jüdischen Herzen, Arbeiten wir nach dieser Richtung! Der Erfolg kann uns nicht fehlen. Wir werden siegen und durchdringen, wenn wir mit vollem Ernst bemüht bleiben, den wichtigsten Besitzstand unserer nationalen Kultur, die Sprache, wieder zu gewinnen. Eine Nation ohne Sprache ist national taubstumm. Mit der Sprache bauen wir das Volk und durdi das Volk Palästina. Für diese ganze Bewegung bauen wir auf das Wiedererwachen und Erstarken des jüdischen Selbstgefühls, das ja sichtlich im Gange ist; nur müssen alle mitwirken mit freiem, gutem Willen und zäher, stiller Begeisterung. Ich meine also, daß die Förderung unserer nationalen Sprache eine Angelegenheit ist, der jeder Zionist, ja jeder Jude — beide Begriffe sind für mich identisch — mit ganzem Herzen sich hingeben sollte und daß diese Hingabe die Zwecke des Zionismus nach allen Richtungen nur fördern kann. Ich bitte also meine

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