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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 207

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 207 (sequence 207)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476274--3752-3479894
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— 207 - Der Verein soll das jüdische sprachliche Gewissen im Volke schärfen und wecken, damit wir dahin gelangen möchten, daß jeder Jude im berechtigten Stolze auf seine nationale Sprache eine Ehre daran setze, hebräisch zu reden und zu schreiben, — hebräisch, möglichst rein und möglichst gut. Dieser Verein soll keine gelehrten sprachwissenschaftlichen Zwecke verfolgen, sondern er soll arbeiten im Dienst des jüdischen Volksgedankens, um zu erreichen, daß möglichst überall im Judentum das Hebräische zur Geltung komme und mit Schicklichkeit gehandhabt werde. Neben dem Schulverein soll dieser Sprachverein die allgemeine Popularisierungstätigkeit entwickeln. Ich will kurz den Unterschied skizzieren. Daß die hebräische Sprache den Mittelpunkt des Unter richts in den palästinensischen und zum Teil auch in jüdischen Schulen womöglich außerhalb Palästinas werden soll, daß Lehrende und Lernende in allen Lehrfächern sich bemühen sollen, gut hebräisch zu sprechen und zu schreiben, daß man namentlich bei Uebersetzungen aus fremden Sprachen streng auf echt hebräischen Ausdruck halte und daß man suche, die Eigenart des Hebräischen durch den Gegensatz der fremden Sprache klar zu machen; daß der Unterricht dazu die Schüler anleiten soll, das Hebräische nicht als eine tote Büchersprache, sondern als eine geschichtlich gewordene, stetig sich fortentwickelnde anzusehen — das wären die Aufgaben des Schulvereins, wohingegen der Sprachverein sich bestreben müßte, in allen Volkskreisen durch Schrift und Rede ein lebendiges hebräisches Sprachgefühl zu entwickeln und durch die Erkenntnis, daß das Hebräische eines der köstlichsten Güter unseres Volkes ist, die Begeisterung für jüdisches Volkstum, für die historische Kontinuität und den unzerreißbaren Zusammenhang mit Palästina zu wecken und zu schärfen. Beide Vereine wären aber unzureichend, würden wir ihnen nicht eine Sprachakademie als wissenschaftliche Instanz zur Seite stellen. Jeder Gebildete begreift, wie sehr es uns nottut, eine solche Instanz zu schaffen. Diese Frage ist aber zu einer definitiven Beschlußfassung noch nicht reif. Ich stelle daher den Antrag: Das E. A. C. zu ersuchen, daß es für die weitere Klärung der Frage sich bemühe, bezw. daß es eine Kommission beauftrage, den Gegenstand einer weiteren Erörterung zu unterwerfen, insbesondere den Stoff über Zweck und Wesen, Bestellung, Einrichtung, Geschäftsbetrieb, Befugnisse und Vollzugsgewalt einer Sprachakademie zu sammeln, zu ordnen imd die so gewonnenen Ergebnisse einer späteren Versammlung des A. C. vorzulegen. Indem ich mir vorbehalte, einer zu gründenden Kommission manche Details vorzulegen, will ich hier nur auf die allgemeine Bedeutung einer solchen Anstalt aufmerksam machen. Will man einer solchen Anstalt jenen helleren Glanz und jene höhere Würde verleihen, welche die Bedeutung unserer Sprache fordert, so wird

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