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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 202

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 202 (sequence 202)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 202 — meinden führen ihre Bücher und ihre Korrespondenz in allen Sprachen der Welt, nur nicht in ihrer eigenen. Man müßte ein Mezzofanti sein, um die Chronik des jüdischen Lebens in letzter Zeit noch verfolgen zu können. Wir verstehen einander nicht mehr und damit ist alles aufgelöst. Der Mangel einer gemeinsamen Sprache, die hebräische Sprachentfremdung ist die größte unserer Schwächen. Hier müsser wir eingreifen, hier gilt es national zu wirken und Zionismus zu schaffen. Es war gut, daß die hebräische Histadruth in der Eröffnungsrede des Kongresses begrüßt worden ist; ich hoffe, daß die Histadruth Gutes leisten wird. Nach literarischer Richtung knüpfe ich besonders große Erwartungen an Tuchijah; ich möchte auch eine große Ausdehnung der Chowewe Sfas Ewer sehen. Aber nicht auf die Form, sondern auf den Inhalt kommt es an. Der Zionismus muß hier aktiv sein. Es gilt alle Bemühungen zusammenzufassen und durch das große Gewicht gemeinsamen Bestrebens und Willen der guten Sache dienen. Denn nur mit vereinten Kräften ist der Sieg zu gewinnen. Viel geistige Tat und viele materielle JVlittel sind erforderlich, um das Ziel zu erreichen; deshalb kann eine einzelne Institution nur wenig, eine einheitliche Bewegung aber Vieles und Großes erringen. Zunächst für Palästina — denn wo drückt sich der süße Klang unserer Sprache inniger aus, wo drängt sich ihre bezwingende Gewalt mächtiger zum Herzen, wo ist es so geboten und möglich, die ganze Sprache aufleben zu lassen wie dort? Aber wir müssen auch in der Diaspora alles anstreben, damit wir wenigstens einen Teil erreichen. Hochverehrter Kongreß! Der Worte sind genug gewechselt worden; wir wollen Taten sehen, aber den Taten gehen Gedanken voran. Ich werde es versuchen eine Reihe von Vorschlägen darzulegen. Thesen. I. Die Verbreitung und Verlebendigung der hebräischen Sprache in Palästina, ihre Geltung als Schrift- und Volkssprache, ihre Förderung und Verschönerung bilden einen integrierenden Teil unseres Arbeitsprogramms. II. Die Hebräisierung des orientalischen Judentums durch Schulen, Vereine, öffentliche Vorträge usw. ist die dringendste Kulturpflicht des Zionismus. III. In der Diaspora haben, nach unserer Auffassung, die Gemeinden die Pflicht, das jüdische Bewußtsein zu erhalten und zu kräftigen, da aber dieses Bewußtsein hauptsächlich in der hebräischen Sprache wurzelt, so ist diese Sprache mit allen erdenklichen Mitteln zu pflegen. Diejenigen von uns, die sich an Gemeindeleitungen beteiligen, haben die Pflicht, die Erkenntnis dieser Notwendigkeit durch die Wiedereinführung des Hebräischen zur Tat zu gestalten.

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