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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 199

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 199 (sequence 199)
Language
German, English, Hebrew
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— 199 — Gott im Rollen des Donners, im Säuseln der Winde, im Rauschen der Palmen. Man begreift nicht, weshalb der Hebräer die westliche Himmelsrichtung „Jam" nennt, wenn man nicht weiß, daß das Meer die Westküste Palästinas umspült; fast jedes Wort ist ein Abbild palästinensischer Vorstellungen, eine Form für palästinensische Begriffe. Ohne Hebräisch sind wir gar nichts; wir sind ohne Zusammenhang mit unserer Vergangenheit, wir haben keine Entwicklung aus uns und durch uns, wir entbehren der Eigenart, wir bleiben Nachahmer, wir tappen umher nach Stoffen, unser Eigenes bleibt für uns unbekannt und ungenützt. Woher soll bei uns das Nationalgefühl kommen? Es beruht ja auf dem Sicheinswissen mit einer großen gleichartigen Menge, die durch ihre Vorzüge und Leistungen etwas ist unter den Völkern und schon in der Vergangenheit etwas gewesen ist. Woher soll aber dem Juden dieses Gefühl kommen, da er die Geschichte seiner Vorfahren, seine eigene Sprache und die Erzeugnisse seines eigenen Geistes so wenig kennt? Und ist es nun schicklich, daß wir dieses unschätzbare und edelste Gut des jüdischen Volkes vernachlässigen? Und doch geschah es in den meisten jüdischen Kreisen im Laufe der letzten Generationen und geschieht noch jetzt. Wie das Uebel gekommen und wie das Elend gewachsen, das lehrt die Geschichte ganz genau. Es ist der Begleiter unseres nationalen Verfalles gewesen. Aber jüdische Männer haben die Schmach immer empfunden und gekämpft und gekämpft bis auf die neueste Zeit, und nun sind wir Zeugen einer Renaissance, die die kühnsten Phantasien enthusiastischer Träumer übersteigt! Noch vor vier bis fünf Jahrzehnten war der einzige Repräsentant der hebräischen Literatur der „Mechabber", der arme hausierende Pränumerandosammler für die Veröffentlichung des Manuskriptes, das er mit sich trug. Die Ketten springen, es recken sich die Glieder — und mit jungen Blumen umgürtet, frühlingsduftumzittert blüht jetzt unsere alte Sprache. Jetzt haben wir eine Literatur — ich will die Namen unserer Dichter und Denker nicht aufzählen. Sie kennen diese Namen, und wenn Sie sie nicht kennen, so macht Ihnen diese Unkenntnis keine Ehre. Wir haben eine Reihe von alten bewährten und von jungen aufstrebenden Kräften, die in jeder Literatur einen Ehrenplatz einnehmen könnten, und wir haben ein hochbegeistertes Publikum. Sie hätten unsere Versammlungen sehen sollen, die Tausende unserer Jugend, die unsere Zukunft bildet! Ich erwähne die Gedenkfeierversammlungen im Todesjahre Smolenskis, die Trauerkundgebungen für Lilienblum, Lewinsky und Schefer, das Jubiläum unseres Mendele, die imposante Harkavi-Feier und viele andere, wo es sich zeigte, wie das Volk wieder begonnen hat zu verstehen, wo seine Kraft liegt. Wir besitzen Verlagsgesellschaften; Achjasaf hat Bedeutendes geleistet;

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