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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 182

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 182 (sequence 182)
Language
German, English, Hebrew
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— 182 — Del. Trietsch: Er ist gar nicht erschienen! Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte, sich kurz zu fassen. Wir haben schon eine lange Liste von Rednern vorgemerkt und wollen auch über die Resolutionen, die hier vorgeschlagen sind, zu einem Beschlüsse kommen. Del. Trietsch: Hier war ein Mißverständnis. Wohl sprach ich etwas von einem Zeitungsartikel, aber nicht von einem erschienenen. Ich habe das in Gegensatz gebracht zu den Kongreßreferaten, die natürlich mit sehr viel größerer Sorgfalt ausgearbeitet werden, als irgendein Zeitungsartikel. Der Artikel ist natürlich noch nicht erschienen, und ich würde es nicht gewagt haben, Ihre Aufmerksamkeit mit einer Sache in Anspruch zu nehmen, die Sie irgendwo nachlesen können, das ist klar. (Liest): „Mit dem Beginn der zollpolitischen Möglichkeit einen Teil der Bevölkerung zur Industrie übergehen zu lassen, würde heißen, der Landwirtschaft die notwendigen Kräfte zu entziehen, und überdies erscheinen die solcherart verfügbaren Arbeitskräfte für industrielle Beschäftigung sehr wenig geeignet. Hier kann der Türkei eigentlich nur eine Einwanderung helfen. Aber merkwürdig genug: Es gibt keine Einwanderung nach der Türkei außer der vorerwähnten kleinen jüdischen, und es scheint, als ob es auch andere geben werde." Das ist doch eine Sache von allererster Bedeutung. Meine Damen und Herren! Es gibt so viele Auswanderungen, es gibt so viele Einwanderungen. In der Türkei gibt es Auswanderungen hauptsächlich christlicher Gruppen nach den Ländern des Westens. Eine Einwanderung nach der Türkei gibt es außer dieser kleinen jüdischen nicht. Wir haben uns gewöhnt, unsere kleinen jüdischen Einwanderer nach der Türkei als klein zu betrachten und schon als quantitative negligeable selbst auf unseren Kongressen. Aber für die Türkei, die um so viel größer ist als wir, ist diese jüdische Einwanderung die größte. Das will etwas sagen. (Liest): „Ahe Auswanderungen haben im Laufe der Entwicklung ganz bestimmte Richtungen genommen. Für die industriellen Zwecke der Türkei kann ja ohnehin kein afrikanisches oder asiatisches Element, sondern nur ein europäisches in Betracht kommen. Eine europäische Auswanderung besteht aber nur in den nordischen Ländern (Skandinavien und Irland), die sich nach Nordamerika wendet, und in Italien und Spanien, deren Auswanderung zum Teil sich nach Südamerika und allenfalls noch nach Nordwestafrika wendet, soweit dort die europäische Herrschaft oder Schutzherrschaft aufgerichtet ist." (Schlußrufe und große Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Ich bin auch der Auffassung, daß es nicht angängig ist, ein gedrucktes oder vorbereitetes Referat in einer Diskussion zu erstatten. Wir haben ein offizielles Referat von den beiden Rednern gehört, und hier ist ein inoffizielles Referat, das können wir nicht dulden. Sie können als Diskussionsredner sagen, was Sie wollen und wie lange Sie wollen, aber hier haben Sie ein vorbereitetes Schriftstück, das mit der Diskussion nichts zu tun hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Herr Trietsch, Sie sind doch ein Meister der Rede, Sie können doch, was in diesem Schriftstücke steht, auch frei vortragen. Del. Trietsch: Also ich werde das Blatt nicht vor der Nase haben; das habe ich aber noch nie gehört, daß einem daraus ein Vorwurf gemacht wird, daß etwas vorbereitet wird. (Beifall — Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Zu einer Diskussion kann man nicht mit einem fertigen Schriftstück kommen, das ohne Kenntnis des Referats

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