Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 176)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 176 — Der Zionistenkongreß fordert das künftige A. C. auf, falls ein Emigrationskongreß zustande kommen sollte, der Gewähr dafür bietet, daß an ihm große Organisationen, jüdische Gemeinden usw. sich beteiligen werden, auf jeden Fall als zionistische Organisation sich vertreten zu lassen. Unsere Parolen sollen dabei sein: a) Allgemein-jüdische Organisierung und Regelung der Auswanderung;, b) Konzentration, nicht Zerstreuung; c) Ausforschung aller Arbeitsmöglichkeiten im Orient." Denn noch haben wir auch in dieser Hinsicht nicht das getan,, was wir wirklich zu tun imstande sind. Jeder Schritt, der dazu beiträgt,, den Auswanderungsstrom möglichst nach dem Orient hinzulenken — und unter dem Orient verstehen wir einen ganz bestimmten Komplex von Gebieten —, jeder dieser Schritte ist zweifellos ein Machtfäktor für die Zukunft, zur Erreichung der wirklichen Lösung der Judenfrage. Aber wir haben in dieser Hinsicht auch nicht im entferntesten das getan, was getan werden kann, und da wir hier mit den anderen zusammenarbeiten können,, falls sie sich auf den Standpunkt stellen werden, unsere praktischen nationalen Bestrebungen zu fördern, da wir die anderen dazu zwingen können, so oft sie uns sagen: „Gebt uns reale Arbeit, wir wollen mitarbeiten," auch wirklich an die Arbeit zu gehen, ist es eine unserer Aufgaben, gerade da bestimmte Forderungen zu stellen. Wir sollten uns vorbereiten, nicht nur zu fordern, daß man erst das Orientgebiet erforsche, sondern wir sollten mit einem ganzen Komplex von Material über den gesamten Orient hinkommen und die anderen mahnen, daß sie doch mindestens ebenso verpflichtet sind, für diese Arbeit zu wirken wie für diejenigen Arbeiten, die unser Judentum pulverisieren und atomisieren. Hier wird sich, glaube ich, eine Aufgabe ergeben, die in vollstem Sinne zionistisch sein kann. Und ich glaube daher, daß es für unsere gesamten Institute eine der wichtigsten Aufgaben sein wird, die ganze Zeit die Auswanderungsfrage wohl zu beobachten. Der Gedanke der gesamten Organisierung der Auswanderung ist nur hingeworfen und vorläufig im Entstehen. Glauben Sie aber nicht, daß man dabei stehen bleiben wird, glauben Sie sicher, daß es im Judentum Elemente gibt, die diese Frage weiter aufwerfen werden (Beifall und Händeklatschen) und die zwingen werden, daß diese Frage nicht in Kabinetten, sondern auf der großen Tribüne und im Namen der großen jüdischen Massen gelöst wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und da wird es nicht unsere Aufgabe sein, mit einem solchen Indifferentismus, wie es jetzt der Fall ist, diesem Programm gegenüberzustehen, sondern es wird unsere wichtigste Aufgabe sein, neben unserer zionistischen Weiterarbeit Vorsorge zu treffen, daß wir bei einer solchen gesamten Organisierung der Auswanderung gerüstet sein sollen. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Stand: Das Wort hat nunmehr Herr Trietsch. Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Herr Wolff sohlt hat mir nahegelegt, meine auf Wunsch des Kongresses unterbliebene Kritik des E. A. C. bei einer anderen Gelegenheit nachzuholen. Meine Kritik hätte , aber nicht den Zweck gehabt, im Beifallssturme einer Dechargeerteilung unterzugehen, sondern den Zweck, eine radikale Aenderungder Leitung herbeizuführen. Diese Aenderung erscheint gesichert, und soerübrigt es sich für mich nun, eine Kritik anzubringen, deren Endziel nach den feierlichen Erklärungen der bisherigen Leitung bereits erreicht ist. Wenn ich trotzdem jetzt in einigen Punkten auf die Aeußerungen unserer bisherigen Leitung eingehe, wird das nur in Verbindung mit dem Punkte sein, der im Momente zur Tagesordnung steht. Die Emigrations-