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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 174

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 174 (sequence 174)
Language
German, English, Hebrew
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— 174 — müssen wir uns in vollem Maße daran beteiligen. (Lebh. Beif. u. Händekl.) Aus diesem Grunde werden wir uns klar sein können, wie wir uns bei einer etwaigen Gesamtorganisierung der Auswanderung zu verhalten haben. Meine Damen und Herren! Die Aufgabe der Regelung der Emigration ist aus unseren Reihen, wenn auch von einzelnen, schon vor sehr langer Zeit gestellt worden, auch schon vor der Frankfurter Konferenz und lange vor der Brüsseler Konferenz, und der Sprecher, der vor Ihnen steht, hat schon im Jahre 1903 den Versuch gemacht, in Petersburg die dortigen Vertreter der Ica in einer oder zwei Sitzungen dazu zu bewegen, daß sie dieRegelung der Emigrationsaufgabe anschneiden sollten, daß sie an diese Autgabe, ohne sie zu monopolisieren, wenigstens herantreten sollten. Damals wurde ich von den hochangesehenen Personen, den Vertretern in Petersburg, ausgelacht, zum Teil sogar mit Entrüstung zurückgewiesen, weil die betreffenden Herren schon in der Aufrollung der Auswanderungsfrage einen Widerspruch gegen ihre Taktik und Politik erblickten. Die Anerkennung der Auswanderungsfrage ist ja zum Teil für sie die Anerkennung der Judenfrage. Für uns ist die Judenfrage selbstverständlich viel tiefer als die Auswanderungsfrage. Ist doch die Auswanderungsfrage bloß eine Aeußerung der Judenfrage. Die Judenfrage, die für uns resultiert aus der Frage des ganzen Judentums und aus der Frage der jüdischen Nation in der Geschichte, ist selbstverständlich viel komplizierter, aber für die Elemente, welche die Judenfrage überhaupt nicht anerkennen wollen, ist schon die Aufrollung der Aus wanderungsfrage etwas sehr Peinliches und Unangenehmes, denn sie müßten einen Teil der historischen Tatsachen zugeben. Im Laufe der Jahre haben sie das nicht nur zugegeben, sondern sind selbst an die Regelung dieser Aufgabe herangetreten, und ich will durchaus nicht sagen, daß sie in dieser Beziehung im technischen und im materiellen Sinne nichts Ersprießliches geleistet haben. Sie haben viel geleistet. Es ist nicht wahr, daß sie nur von bureaukratischem und plutokratischem Standpunkte gearbeitet hätten. (Beifall.) Es ist eine Tatsache, daß sie 400 Komitees in ganz Rußland besitzen, und ebenso ist es Tatsache, daß gerade außerhalb Rußlands neben der Ica auch andere Gesellschaften sehr viel geleistet haben. Was sie aber nicht geleistet haben, ist, daß sie absolut kein Prinzip für ihre Tätigkeit aufgestellt haben, oder daß, soweit sie ein solches autgestellt haben, es ein entnationalisierendes und kein nationalisierendes war, und demgegenüber sind wir verpflichtet, ganz entschieden aufzutreten. Darum sollten wir Zionisten uns durchaus nicht so gleichgültig gegenüber dem Plane einer Gesamtorganisierung der Arbeit in Form eines sogenannten Emigrationskongresses verhalten. Ich spreche schon gar nicht von der bloßen Beteiligung an dem Emigrationskongresse, aber es gibt dabei für uns eine ganze Reihe anderer Aufgaben zu erfüllen, ohne daß ich es nötig habe, sie im einzelnen anzuführen. Es ist selbstverständlich, daß die Aufgaben, die in erster Reihe einem solchen Emigrationskongresse gestellt sind, die bessere Regelung des Verkehrs, die Versicherung und ähnliche Einrichtungen, wie Sie sie aus der Presse zum größten Teile alle kennen, betreffen und daß sie auch von außerordentlicher Wichtigkeit sind. Noch wichtiger wird es aber sein, daß ein solcher Kongreß eine Demokratisierung der ganzen Arbeit herbeiführen wird, und eo ipso auch eine Nationalisierung. Seien Sie versichert, wenn das jüdische Volk darüber zu urteilen und zu entscheiden haben wird, muß die Entscheidung auch im nationalen Sinne ausfallen, denn so viel Nationalismus besteht noch in der jüdischen Seele, daß sie dort, wo sie sieht, daß ihr nationales Wesen gefährdet ist, auch Einspruch erheben wird. (Lebh. Beifall.) Daher kann man

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