Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 168

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 168 (sequence 168)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476274--3713-3479855
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Aus dem was ich gesagt habe, werden Sie ungefähr ein Bild davon haben, was ich für Forderungen an das jüdische Volk und an die jüdischen Organisationen stelle, daß ich fordere, sie mögen ihre Aufgabe ganz anders auffassen als bis jetzt, daß sie sich in viel höherem Maße betätigen mögen als bisher. Und da hlabe ich an Euch, meine Freunde, speziell an die Zionisten, eine ganze Reihe von Wünschen zu stellen, und das ist die Hauptveranlassung meines Vortrags. Vor allem, und das ist fast selbstverständlich, verlange ich von Euch, daß Ihr Schulter an Schulter überall dort Euch an der Arbeit beteiligt, wo für Emigration gearbeitet wird, ganz egal, was für Organisation und wer arbeitet. Wo man Eure Hilfe will, da sollt Ihr mitarbeiten, und es geschieht ja auch. Ith kann mit Freude konstatieren, daß als im vorigen Jahre in Libau eine Konferenz der Ica stattfand, und ich mir die Vertreter ansah, es sich herausstellte, daß es fast lauter Gesinnungsgenossen waren. (Beifall.) Ja, wenn Sie das Geheimnis nicht weiter verraten, will ich Ihnen mitteilen, daß diese Konferenz der Ica in das Goldene Buch eingetragen ist, und die Mitglieder des Zentralkomitees der Ica haben auch dafür gezeichnet. (Beifall.) Das beweist am besten, wie Arbeit einigt, wo Meinungen trennen. Ich glaube, daß wir am besten miteinander auskommen, wenn wir miteinander arbeiten. Auch die zweite Forderung, die ich stelle, scheint mir selbstverständlich zu sein; aber Selbstverständlichkeiten müssen wiederholt werden, so lange man sich nicht nach ihnen richtet. In den statistischen Tafeln figuriert die Auswanderung nach Palästina und Syrien mit ganz beschämend kleinen Zahlen, jährlich nur ein paar tausend Menschen, und selbst in den Jahren 1906 und 1907, wo der Auswanderungsstrom so stark war, nur 3400 und 1700. Man wird sagen, das kommt daher, weil der Auswanderer in Syrien die ökonomischen Verhältnisse zu seinem Leben nicht findet. Ich kann Ihnen erklären, daß ich in Syrien häufig gefragt worden bin nach russischen Schneidern usw.; es ist eine große Nachfrage in fast allen Städten dort nach Schneidern, Zimmerleuten usw. in Beirut, Damaskus usw., so daß man nicht genug davon bekommen kann, ebenso in anderen Berufen. Nicht aus ökonomischen Gründen geht also der Emigrant nicht hin, er geht lieber nach Amerika, weil er dort bereits Bruder oder Vater oder sonst einen Verwandten hat, der ihn mit den Verhältnissen bekannt macht und der ihn dorthin zieht. Jemanden, der ihn nach Syrien oder Palästina ziehen würde, hat er nicht. Diese wichtige Aufgabe müssen wir übernehmen. Wir müssen ihm zuerst darüber Auskünfte geben, wie er sich dort einleben, kann, wir müssen ihn über die dortigen Verhältnisse aufklären, wir müssen ihm die Möglichkeit geben, sich gleich zurechtzufinden und wenn wir diese unsere Pflicht erfüllen, werden wir

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.