Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 164)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 164 — Bevölkerung — die Handwerker sind in Rußland im ganzen nur 30o/o aller Berufe — liefern zwei Drittel der Berufe bei den Auswanderern, die wandern also viermal so viel aus als die anderen, ehr Beweis, welch1 kräftiges, gesundes Element nach Amerika von uns geht. Von Verbrechern und Empfängern von Armenhilfe stellt die jüdische Auswanderung das allergeringste Kontingent von allen Nationen, ein Beweis, daß der jüdische Auswanderer jedenfalls nicht der schlechteste ist, wenn er nicht der beste ist. Noch eine Zahl will ich beleuchten. Es wird noch viel Spektakel daraus gemacht, daß die jüdische Auswanderung 50 bis 52 o/0 von Leuten bringt, die keinen Beruf Haben; man folgert daraus, daß ein unerwünschtes Element nach Amerika komme. Man übersieht dabei, daß das einfach an dem hohen Prozentsatz von Frauen und Kindern liegt; daher ist der Prozentsatz der Berufslosen scheinbar größer als bei anderen Nationalitäten. Ich bin aber in der Lage, Ihnen mit Ziffern in der Hand zu beweisen, daß dies falsdi ist. Die Zahl der Berufslosen beträgt nicht 50 o/0 und nicht 10 o/0 nicht einmal 5 o/o Berufslose gehen dorthin. Nach einer langjährigen Statistik, die wir in Libau gemacht haben, schwankt es zwischen: 2 und 3 o/o, nicht mehr, und auch diese stehen meistens zwischen 15 und 16 Jahre oder sind über 70 und 80 Jahre alt. De facto findet man fast gar nicht, daß ein erwachsener Mensch, der auswandert, keinen Beruf hat. Das Wort von „not desirable", von der nicht erwünschten Emigration, ist in letzter Zeit viel gebraucht worden. Eine sehr große antisemitische russische Zeitung hat sogar mit großer Freude behauptet: auch Amerika will keine Juden mehr haben,, es hat 24 000 Juden zurückgeschickt. Nicht ein Buchstabe ist davon wahr. Im Gegenteil, die Zahl der in Amerika Zurückgewiesenen ist bei den Juden sogar kleiner als bei den anderen, 0,8 o/0 gegenüber 1,1 o/o. Freilich noch immer ein hoher Prozentsatz; die Einwanderungskommission in New York geht mitunter mit viel zu großer Strenge und zu schematisch vor, aber es wird dort absolut kein Unterschied gemacht zwischen Juden und Nichtjuden. Wir brauchen nicht zu befürchten, daß man uns diese Zufluchtsstätte in Amerika auch noch verschließt. Ich blicke sehr ruhig in dieser Beziehung in die Zukunft und hoffe nicht, daß Amerika in dieser Richtung etwas tun wird. Ich will Ihnen einige Zitate anführen, wie man in Amerika auf die Einwanderung sieht, und speziell auf die jüdische. Dort gilt das stolze Wort eines Mac Kinley, der gesagt hat: In Amerika sucht nicht der Mann die Arbeit, sondern die Arbeit den Mann. Roosevelt in seiner Botschlaft an den 59. Kongreß sagt, daß die Union nicht zu viel Einwanderer von der guten Sorte haben kann. Und Carnegie erklärte am 6. Dezember 1905: v/ir ent-