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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 152

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 152 (sequence 152)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 152 - der schlechtesten in der zionistischen Bewegung — und mein einziger Sohn muß zuerst das deutsche Alphabet in sich aufnehmen. Wohin führt das? Ich will mich dorthin betten, wo die Umgebung nicht gegen mich ist, wo ich mir sie erst schaffen kann. Dann erst kann sie eine jüdische sein. Es ist jetzt nicht der Ort, darüber ausführlich zu sprechen, doch hoffe ich, noch beim Referate S o k o 1 o w Gelegenheit zu haben, unsere Meinung über diese Frage frei zu äußern, aber das will ich Ihnen sagen,, geehrter Kongreß: nichts wirkt so für die jüdische Gesinnung, nichts so für die Rückkehr zum Judentum, als ein Besuch Palästinas. Ich sage Ihnen: Legen Sie auf die eine Wagschale eine Straße wie Tel Awiw mit ihren nichtfrommen Leuten — und die Geschichte hat solche Wagschalen — und legen Sie auf die andere Wagschale — ich i habe beinahe Angst, es auszusprechen — Frankfurt am Main, ich glaube, Tel Awiw wird Frankfurt aufwiegen. (Stürmischer Beifall und Heiterkeit.) Das ist mein jüdisches Leben, das ist mein schönes Leben. (Erneuter stürmischer Beifall.) Geehrter Kongreß! Soweit es sich aber um konkrete Anträge handelt,, will ich ganz offen sein. Unsere Klugen, unsere Talmudisten haben es sehr gut verstanden, Unterscheidungen zu machen. Es gibt einen kolossalen Unterschied auch bei der Sabbatheiliguing, die „Bezina" und die „Befarhesia". Sie haben recht: wenn es einzelne Zionisten getan haben, ist: ein anderer Maßstab anzulegen, als wenn es ein Kollektivvergehen ist. Es gibt aber bei uns noch eine Unterscheidung, die wie ein roter Faden: die ganze jüdische Gesetzgebung durchzieht. Die sämtlichen Gebote sind in zwei Kategorien eingeteilt, in die „Schew waltasse", die negativen, und in die „Kum waasei", die positiven, die mit dem kategorischen Imperativ verbunden sind: Das darfst du nicht tun und das mußt du tun. Bezüglich dessen, was wir nicht tun dürfen, lassen sich schon Mittel und' Wege finden, wo wir uns einigen. Gehen Sie 50 o/o aber auch unsentgegen, damit man nicht behaupten könne, wenn man dem Misrachim einen Finger gibt, will er die ganze Hand. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Das Wort hat nun Herr Dr. Bodenheimer. Del. Dr. Bodenheimer (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschens begrüßt): Ich werde nicht in der Lage sein, diese Stürme der Begeisterung: hervorzurufen, wie mein Freund Dr. L e v i n, der auch mir aus .dem; Herzen gesprochen hat. Aber es ist leider meine Pflicht, wieder zu den; trockenen, nüchternen Tatsachen zurückzukehren, um einige Behauptungen zu widerlegen, die hier in dem Parteikampf aufgestellt worden sind. Da hat Herr Dr. Zweig, einer unserer verdienstvollsten Mitarbeiter in Wien (im Saale werden Drucksorten verteilt — Unruhe). Ich denke, die Herrschaften werden schon ruhig werden. Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich bitte die Ordner, die Verteilung- ZU unterbrechen. Es geht nicht an, während einer Rede Drucksorten zuverteilen. Del. Dr. Bodenheimer (fortfahrend): Also Herr Dr. Zweig, einer unserer verdienstvollsten Mitarbeiter in Wien, hat, obwohl er die Arbeit der Verwaltung des Nationalfonds vollauf anerkannt hat, gleichzeitig die Behauptaug aufgestellt, daß wir zu einem gegebenen Zeitpunkt die Sammlung für die P. L. D. C. von Köln aus unterbrochen haben. Darüber bin ich dem Kongreß Rechenschaft schuldig. Die Sache liegt folgendermaßen: Eshandelte sich lediglich um einen Kompetenzstreit zwischen der P. L. D. C. und dem Nationalfonds. Die Angelegenheit ist zwischenzeitlich durch einem Beschluß der Generalversammlung des J. N. F. erledigt worden. Eshandelte sich um folgendes: Der N. F. hatte, indem er der P. L. D. CL

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