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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 148

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 148 (sequence 148)
Language
German, English, Hebrew
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— 148 - Leben opfern, sind die Söhne gesetztreuer Eitern, und er bezweifelt, ob die nächste Generation ebenso opferwillig sein wird, wie die jetzigen Poale-Zionisten. Herr Ussischkin behaupte, daß die Jugend neue Wege suche. Ganz schön, meint er, aber wo es sich um Angelegenheiten des Volkes handle, haben wir nur einen ausgetretenen und einen bekannten, historisch-überlieferten Weg zu betreten und nicht neue Wege zu suchen. Wir Misrachisten befinden uns in der peinlichsten Situation, daß wir zwischen zwei Feuern stehen und die Männer, die an der Spitze des N. F. stehen, sollten uns unsere Arbeit zu erleichtern trachten. Allein sie handeln nicht wie Männer, die ein allgemeines Gut zu verteidigen haben, sondern lassen sich von Privatmeinungen und individuellem Geschmacke leiten. Es gibt Menschen unter uns, die zwischen Volk und Lehre, zwischen dem jüdischen Volke und seiner ihora eine Trennung schaffen wollen. Er glaubt aber, daß 90o/o des Kongresses sich mit großer Liebe zum überlieferten Judentum halten würden und in keinem Falle verlangen würden, daß man die Thora abschaffen solle. Wir wollen uns nicht länger bloß mit den Versprechungen des Vorsitzenden genügen lassen, sondern wir wollen, daß der Kongreß in seiner Gesamtheit uns versprechen soll, daß in Zukunft so etwas nicht mehr vorkommen wird. Im Namen der jüdischen Hoffnung fordere ich Sie auf, die von uns eingebrachte Resolution anzunehmen, derzufolge in Zukunft nicht mehr vorkommen soll, was gegen die jüdischen Gebote verstößt. Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich werde mir nun erlauben, das zu übersetzen, was ich zu den Worten des Herrn Berlin bemerkte, der meinte, daß es nicht genüge, wenn ex praesidio öffentlich Erklärungen abgegeben werden, welche die Herren bereits satt seien und der deshalb wünschte, daß eine Erklärung seitens des Kongresses erfolgen möge. Demgegenüber hielt ich mich für verpflichtet, Herrn Berlin zu sagen, daß das Präsidium, was es öffentlich erklärt, im Namen und in Vollmacht des Kongresses erklärt. (Lebhafter Beifall.) Wenn der geehrte Kongreß dagegen nicht protestiert, so stimmt er diesen Erklärungen bei. Wenn daher im Saale ex praesidio wiederholt eine Erklärung abgegeben worden ist, so kann Herr Berlin darüber ruhig sein, dann entspricht diese Erklärung der Meinung des ganzen Kongresses. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Wort erhält nunmehr Herr Dr. Schemarja L e v i n. Del. Dr. Schemarja Levin: Ich hoffe, hoher Kongreß, daß mir diese Aufgabe nun leichter sein wird. (Heiterkeit. — Lebhafte Rufe: Ibrith!) Geehrter Kongreß! Ich kann nicht hebräisch sprechen, bis jetzt habe ich Ihnen nur gezeigt, daß ich hebräisch verstehe. (Heiterkeit. — Erneute Rufe: Ibrith!) Es iwürde doch nicht schön aussehen, wenn ich hebräisch spräche und dann sofort übersetzen müßte, das geht doch nicht an, ich werde daher mit der Uebersetzung anfangen und wenn es Ihnen gefallen wird, werde ich es dann hebräisch wiedergeben. (Lebhafte Heiterkeit, Beifall und Händeklatschen.) Geehrter Kongreß! Nach dem gestrigen Tage bin ich glücklich, konstatieren zu können, daß, wenn man vom N. F. spricht, der doch eigentlich nur eine Geldinstitution ist, wo man logischerweise nur businesslike zu sprechen hat, doch ein Moment kommt, wo man den Geist nicht mehr verstecken kannn und die Trockenheit der Debatte aufgibt. Geehrter Kongreß! Wir haben noch zwei schöne Dinge in der zionistischen Bewegung und im Zionismus. Das feinste Moment ist die zionistische Idee. Es ist wahr, wir haben eine Bank geschaffen, wir haben den Nationalfonds geschaffen. Aber womit haben wir das geschaffen? Wir haben die Ideen, die uns hoch über alle jüdischen Parteien stellen, und das ist sehr wichtig. Deshalb freue ich mich, daß Ihr wieder zu diesen Ideen kommt und wieder

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