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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 147

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 147 (sequence 147)
Language
German, English, Hebrew
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— 147 - ein Interesse am Sabbath im ganzen habt, warum lassen dann in Petachtikwa die orthodox Gesinnten am Sabbath das Land von ihren Bajaren und von den Arabern bewässern? Das ist ebenso wie wenn man den Chomez dem Goi vor Pessach verkauft. (Heiterkeit, lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ferner stellt er an die Misrachisten die Frage, weshalb sie nicht dagegen protestieren, daß viele Kolonisten nichtorthodoxe Arbeiter aufnehmen, wie z. B. die Juden aus Persien oder aus Jemen sind, und er schließt mit folgenden Worten: Wenn Ihr der Kolonisation wirklich Dienste leisten wollt, so gibt es nur ein Mittel: Tatkräftig sein und etwas dort schaffen, und dann wird Platz sein für uns beide. Man kann Hand in Hand gehen und parallel arbeiten, der Redner hat nichts dagegen, daß die Misrachi in ihrem Sinne arbeiten. Er verlangt weiters, daß sämtliche Poale-Zion-Organisationen, das sind die Arbeiterorganisationen, die inzwischen in Palästina entstanden sind, dieselben Rechte bekommen sollen wie die Arbeitergruppe, und wenn es sich um eine zionistische Frage handelt, sollen sie auch zum Rate herangezogen werden. (Lebhafter Beifall — Unruhe.) Del. Berlin (spricht hebräisch). Vizepräsident Dr. Tschlenow (spricht hebräisch). Del. Dr. Schemarja Levin (die Rede des Del. Berlin übersetzend): Das zionistische Institut, das bei uns den ersten und beliebtesten Platz einnimmt, ist der N. F., und wir alle, besonders die Gesetztreuen, sind froh, wenn wir einen Fortschritt in der Entwicklung dieses Instituts konstatieren können. Es tut mir daher sehr leid, daß gerade wir gegen dieses Institut Angriffe richten müssen, ich erkläre aber, daß wir nicht gegen das Institut, sondern gegen die Leitung desselben kämpfen. Wir geben zu, daß auch die Poale-Zionisten sehr viel geleistet haben, dennoch aber müssen wir darauf bestehen, daß die Freiheit keine unbeschränkte bleibe, denn wohin würde das führen, wenn es keine Grenzen und Schranken der Freiheit gäbe? Da könnte schließlich jeder auch in der Wahl der Sprache, ja sogar in der Wahl des Landes frei sein. Uns treibt dabei keineswegs Intoleranz, denn was die Poale-Zionisten zu Hause treiben, interessiert uns gar nicht. Wohl hoffen wir, daß das Leben in Palästina sie mit der Zeit dazu bringen wird, die jüdischen religiösen Gesetze mehr zu achten und zu schätzen in der Zukunft, das ist aber nicht unsere Sache. Was uns interessiert, ist das kollektive Verbrechen gegen die jüdische Religion. Wenn sich Menschen in ganzen Gruppen gegen die jüdischen Religionsgebote vergehen, so betrachten wir das als eine Entweihung des Allerheiligsten. Es kann sein, daß man in vieler Hinsicht übertreibt, aber wenn ein Mann wie Rabbiner Kuk, der ein sehr toleranter Mann und ein ausgezeichneter Nationaljude ist, behauptet, daß alles, was den Juden heilig ist, einfach mit Füßen getreten wird, so ist dies schrecklich. Wir sprechen jetzt weder von der Erziehung, noch von den Schulen, wir verlangen lediglich, daß man in der Leitung des J. N. F. den jüdischen Geboten eine strengere Beachtung schenke. Er richtet an den Herrn Präsidenten die Frage, warum er in der Schemitahfrage nicht die Mahnungen des Herrn Rabbiners Kuk beachtet habe. Die Kolonisten haben das Schemitagesetz beobachtet, die einzige Ausnahme bildeten die Ländereien des N. F. — Er behauptet, die Schemitah sei eine der Grundmizwes, die man nicht leicht wegschaffen kann. Dann kam er auf Schabbes zu sprechen und sagte: wir haben nichts mit den Einzelpersonen zu tun, sondern kümmern uns nur um Gruppen, bei denen das Gesetz nicht überschritten werden darf. Auch die Pferde gehören zu den Juden, denn nach unserem Gesetze haben nicht nur die Menschen, sondern auch die Ochsen und Esel Ruhetage. Diejenigen, die in Galiläa ihr 10*

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