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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 144

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 144 (sequence 144)
Language
German, English, Hebrew
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— 144 - der zionistischen Organisation geschaffen wird, so sein soll, daß es in Uebereinstimmung mit den Ansichten, mit den überlieferten Traditionen des jüdischen Volkes sich befindet, welches diese bis zum letzten Blutstropfen verteidigt hat. (Beifall. — Unruhe.) Es haben sich einige Vertreter der Poale-Zion darauf berufen, daß der Boden Palästinas mit dem Schweiße ihres Angesichts gedüngt wurde, daß sie die größten Opfer gebracht haben, um sich auf dem Boden Palästinas bodenständig zu machen. Aber haben Sie vergessen, welche Verfolgung die armen, ungebildeten russischen Juden ertragen, um ihr Judentum zu erhalten, und zwar unter schwereren Bedingungen, als dies in Palästina heute möglich ist, daß diese die größten Opfer bringen, um das Judentum zu erhalten, und keinen Augenblick gezögert haben, jedes Opfer zu bringen, um ihre geistige Ueberzeugung und ihr Glaubensbekenntnis zu erhalten. (Lebhafter Beifall.) Dadurch haben sie sich auch die Achtung jedes gebildeten Menschen, in erster Linie aber hoffentlich jedes von wahrer sozialer Gesinnung durchdrungenen Menschen errungen. Meine Herren! Sie berufen sich bei Ihrer Agitation für eine Reihe von zionistischen Institutionen auf das, was das Judentum an kulturellen Schöpfungen in alter Zeit geschaffen hat. Bei der Siedlungs-Genossenschaft hat der Urheber dieser Idee auf die große kulturelle Bedeutung der einzigartigen jüdischen Sozialreform hingewiesen, und nun müssen wir es selbst erleben, daß auf dem Boden Palästinas diejenigen, die das alte, konservative Judentum mühsam vertreten, bei dem Leiter des Nationalfonds nur unter den größten Schwierigkeiten und größten Drohungen dem jüdischen Schmittagesetz Geltung verschafft haben. (Hört! hört!-Rufe und große Unruhe.) Bei anderen Institutionen hingegen, die auf dem assimilatorischen Standpunkte stehen, wie z. B. bei der Ika und bei der Alliance wird das Schmittagesetz wohl respektiert. Elf Monate sind verstrichen, bis der Leiter des Nationalfonds Anweisung gegeben hat, daß auf den Gütern des Nationalfonds das jüdische Schmittagesetz befolgt werde. Das Jahr war bereits verstrichen. (Erneute Hört! hört!-Rufe, Zwischenrufe und Unruhe.) Geehrter Kongreß! Ich höre eben aus dem Hintergrunde, daß Rabbiner Kuk gegen das Scjimittagesetz gewesen ist. Ich glaube, wer nur einigermaßen mit den Gesinnungen des Herrn Rabbiners Kuk, mag er auch ein Reformrabbiner sein, vertraut ist, wird es Herrn Kuk nicht in die Schuhe schieben, daß er gegen das Schmittagesetz gewesen ist; ich glaube überhaupt nicht, daß es einen Juden gibt, der gegen das Schmittagesetz sein kann. (Große Unruhe und Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich bitte Sie, lassen Sie sich nicht unterbrechen, Ihre Zeit ist beschränkt. Ich bitte um Ruhe. (Die Unruhe hält an.) Del. Dr. Lewy (fortfahrend): Ich halte aber diese Frage doch für bedeutungsvoll, ich kann mir kaum denken, daß ich diesen Zwischenruf gerade von Seiten der russischen Brüder hören soll, denen ich doch eine gewisse Sachkenntnis zutrauen darf. Ich möchte nur mit einem Worte die Sache klären. Gerade Herr Rabbiner Kuk hat den schwersten Stand gehabt, um seine Auffassung zu vertreten. Bei den heutigen Verhältnissen ist es nicht immer möglich, das Schmittagesetz in vollem Umfange in Palästina aufrechtzuerhalten. Er hat deshalb den Kolonisten den Weg gewiesen, wie sie unter Wahrung des prinzipiellen Standpunktes der Achtung vor dem Religionsgesetze dennoch die Möglichkeit haben, ihre notwendigen Arbeiten auf dem Boden Palästinas zu verrichten. Obwohl sämtliche Rabbiner Palästinas diesen Standpunkt bekämpft haben, hat Herr Rabbiner Kuk dennoch diesen Weg diesen Kolonisten Palästinas gezeigt, und wenn der Leiter des Nationalfonds den ernsten Willen gehabt hätte, wäre es

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