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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 142

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 142 (sequence 142)
Language
German, English, Hebrew
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fr— — 142 - gewählt worden die Herren Dr. L.ewy, Ben-Zwi, Berlin und Dr. Schemarja L e v i n. Bevor ich den Generalrednern das Wort gebe, erteile ich dem Herrn Delegierten Struck das Wort zu einer Abänderung seines Antrages, da Herr Struck darauf besteht, in der Ueberzeugung, daß das zur Milderung der Debatte beitragen werde. Del. Struck: Meine Damen und Herren! Da die Echtheit des Briefes von Oberrabbiner K u k bezweifelt wurde, ... Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich bitte, Herr Struck, wir haben keinen Grund, die Echtheit des Briefes zu bezweifeln. (Del. Struck: Ich nehme das zur Kenntnis!) Ich habe nur konstatiert — und das als Mitglied des Direktoriums — daß wir von diesem Briefe erst hier im Kongreßsaale Kenntnis bekommen haben. Del. Struck: Das liegt an einem A^ißstande des Kölner Bureaus, denn hier habe ich den Begleitbrief des Herrn Oberrabbiners K u k, worin er schreibt, daß er den Brief abgeschickt habe. Ich lege den Briet auf den Tisch der hohen Versammlung. (Zwischenrufe.) Versehentlich sind bei der Fassung meines Antrages einige Worte weggeblieben. Da ich zu meinem großen Bedauern darin mißverstanden worden bin, als ob wir in intoleranter Weise die Freiheit einzelner Personen beeinträchtigen wollten, was uns vollkommen ferne liegt, erlaube ich mir nun, den Antrag in folgender Fassung dem hohen Kongresse vorzulegen. (Liest): „In Bestätigung früherer Beschlüsse erklärt der Kongreß: das Direktorium des N. F. hat dafür zu sorgen, daß in der Leitung und (Verwaltung der Nationalfonds-Besitztümer die jüdischen Gebote respektiert werden/' (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Nunmehr erteile ich das Wort Herrn Dr. W. Lewy. Del. Dr. W. Lewy (mit Beifall begrüßt): Geehrter Kongreß! Nicht bloß unser Präsident, Herr Wolffsohn, sondern auch der Vorsitzende des Nationalfonds hat seine heutige Rede damit eingeleitet, daß er jede Kritik als erwünscht für sich erklärt hat. Ich glaube deshalb auch in seinem Sinne zu sprechen, wenn ich zunächst einmal, da es sich hier in erster Linie um den N. F. handelt, auf eine etwas mehr materielle Frage eingehe. Zu unserm Bedauern hat der Herr Präsident erklären müssen, daß der Leiter des Palästina-Amtes, Dr. R u p p i n, nicht anwesend sein kann. Ich bedaure das vom rein parlamentarischen Standpunkte aus, weil es sich um eine so außerordentlich wichtige Institution handelt, daß es notwendig wäre, daß der verantwortliche Leiter derselben hier anwesend wäre, damit wir in der Lage wären, erforderlichentalls von ihm Auskunft zu erhalten. Sie haben heute aus dem Berichte des N. F. gehört, welch hohe Bedeutung dieser Nationalschatz für das jüdische Volk hat. Herr Dr. Bodenheimer hat mit Emphase erklärt, daß dieser Nationalfonds nicht Eigentum des E. A. C., sondern des jüdischen Volkes ist, und mit Recht. Aber gerade weil es sich hier um ein Institut von so außerordentlicher Bedeutung handelt, weil es sich hier um ein Werk handelt, das bestimmt ist, die Zukunft des jüdischen Volkes, die Rettung des heimatlosen Judentums herbeizuführen, darum ist es notwendig, daß bei einer solchen Organisation die strengste Wirtschaftlichkeit und Gewissenhaftigkeit am Platze ist. Sie können nicht verlangen, daß wir zu den leitenden Personen bloß blindes Vertrauen haben sollen, sondern wir müssen die Möglichkeit haben — namentlich da es sich beim Anwachsen des Nationalfonds um so beträchtliche Beträge handelt, die in Palästina investiert werden —, wir müssen die Möglichkeit haben, alle geschäftlichen Transaktionen nachzuprüfen und zu kritisieren. Wir haben zwar für die Finanzgebarung das Actionscomitee und dieses erstattet uns Bericht, aber dieses hat nicht dort seinen Sitz

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