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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 141

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 141 (sequence 141)
Language
German, English, Hebrew
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141 - Die dritte Frage ging dahin, warum wir keine Versicherungsanstalt haben? Die Antwort darauf ist einfach, weil wir kein Recht dazu haben. Um ein derartiges Unternehmen zu beginnen, müßten wir neue Statuten machen. Ich will dabei gar nicht erörtern, ob eine Lebensversicherungsgesellschaft für jeden Fall gut wäre. Das ist eine Frage, die weit über den Rahmen einer Diskussion geht. Die Frage hat uns sehr interessiert und ist sehr lebhaft erörtert worden, aber das ist wieder ein großes Unternehmen, zu dem ein größeres Kapital gehört, als jenes ist, über das wir verfügen, ein Unternehmen, das, wie viele andere, große Aussichten hat, aber mit großen Risiken verbunden ist. Es gibt Versicherungsanstalten, die sehr schlechte Geschäfte machen, andere wieder, die gut gehen. Eine solche Versicherungsgesellschaft war der Lieblingsgedanke des verstorbenen H e r z 1, der gehofft hat, damit die Kapitalien des jüdischen Volkes heranzuziehen. Es ist ein großer und schöner Gedanke, aber er muß in viel ernsterer und gediegenerer Weise behandelt werden als in einer momentanen Unterhaltung, wie es hier geschieht. (Zwischenruf: Ohne Grundkapital!) Dagegen muß ich mich ernstlich aussprechen, daß wir die Lebensversicherung und das Schicksal von vielen Familien in unsere Hand nehmen sollen, ohne Grundkapital zu haben. Das wäre allerdings etwas, was wir nicht verantworten können. (Zwischenruf: Die Gesellschaft „New York"!) Lassen wir das. Diese Frage kann keinesfalls hier und jetzt behandelt werden. Zu den Bemerkungen des Herrn Dr. P i n k u s habe ich nicht viel zu sagen. Ich habe ihm früher „Bravo!" zugerufen und kann es auch jetzt mit einer kleinen Einschränkung tun. Er meinte uns und sprach zum Publikum . . . (Del. Dr. P i n k u s [auf das Auditorium weisend]: Dort sitzt der Souverän!) Wie sollen wir erwarten, daß das große Publikum unsere Aktien kaufen soll, die der A. P. C. oder sogar die der A. L. B. C. die mehr Dividende gibt, wenn unsere Zionisten selbst so wenig kaufen? Wenn wir einen Aufruf machen und kaum 2000 £ verkaufen, wie sollen wir da die Courage haben, vor die große Welt zu treten? (Del. Dr. P i n k u s: Die große Welt hat Geld, wir haben keines! — Heiterkeit.) Mehr oder weniger werden wir es doch auch haben. Ich glaube, wenn wir unsere Taschen ausziuschütten beginnen werden, wird sich doch noch bei jedem etwas entdecken lassen. Unsere Institutionen sind noch viel zu jung und dann herrscht das Vorurteil gegen sie, daß nicht die geschäftliche Basis allein ihnen zugrunde liegt, sondern die Interessen der Bewegung. Das fremde Publikum wird sich daher schwer entschließen können, zu kommen, während wir bei dem J. C. T. um einige 250 000 £ Aktien angebracht haben. Daß jetzt von einer Institution, die sich schon bewährt hat und Dividende gibt, so wenig gekauft wird, ist wunderbar. (Zwischenruf: Sie wollen ja die Aktien nicht verkaufen! Sie verlangen ein Aufgeld von 5 o'o, wenn man sie kaufen will!) Daraus können Sie entnehmen, daß es jetzt nicht viele Leute geben wird, die sie kaufen. Eine Bemerkung des Herrn Dr. Pinkus ging auch dahin, daß wir in der „Welt" nicht auch das Gewinn- und Verlust-Konto veröffentlichen. Ich glaube, meine Herren, daß wir die „Welt" genügend bezahlen, in einer Weise bezahlen, daß sie sehr wohl das Gewinn- und Verlust-Konto veröffentlichen könnte und sogar noch etwas mehr. Ich glaube, hiermit alle Bemerkungen beantwortet zu haben. (Zwischenruf: Wir können also zufrieden sein mit der Leitung der Londoner Bank!) Das habe nicht ich zu beurteilen. Wir haben ja noch eine Generalversammlung der Bank, vielleicht habe ich dort, wenn sich die Bemerkungen vermehren sollten, noch Veranlassung, zu antworten. Hier sind so wenige Bemerkungen gefallen, daß ich nichts weiter zu sagen habe. (Beifall.) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Nunmehr kehren wir wieder zur Debatte über den N. F. zurück. Zu Generalrednern sind

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