Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 139)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 139 - von Staatsbanken. Da werden nur solche Geschäfte gemacht, die auch dort gemacht werden, während in Wirklichkeit unsere Banken nicht solche Verwaltungsbanken sein sollten, sondern wahrhafte Finanzierungsinstitute; das aber sind sie nicht (Zustimmung), und am wenigsten der J. C. T. Ich weiß, daß die Herren Direktoren mir entgegentreten und sagen werden, wir haben die Bank in Konstantinopel ins Leben gerufen. Das ist alles unser Werk. Es wurde aber, wie Herr Dr. Katzenelsohn selbst gesagt hat, auf einer ganz falschen Basis ins Leben gerufen. An seinen eigenen Worten will ich es beweisen. Herr Katzenelsohn, Sie haben gesagt — und das ist der springende Punkt —, daß die Verwaltungsbanken nicht bankfähig im technischen Sinne sind. Sie haben gesagt, das Kapital der A. P. C. ist erhöht worden — ich habe die Zahl nicht gegenwärtig — um so und so viel £, natürlich aus dem Kapital des J. C. T. Aber, verehrter Herr Direktor, das klingt Ihnen natürlich? Sie hätten sagen sollen leider, nicht natürlich. Es gibt nichts Unnatürlicheres, als wenn eine so wohlfundierte und relativ so gutgehende Bank wie die A. P. C. ihr Kapital durch Hilfe der Mutterbank erhöhen muß. Wozu ist — und das hat der Herr Vorredner G o 1 d b e r g bereits ausgeführt —, wozu ist der Weltmarkt, der Kapitalsmarkt da, wenn Sie dazu die Mutterbank brauchen. Das ist nicht natürlich, Herr Katzenelsohn, das ist unnatürlich und banktechnisch gesprochen unlogisch. Sie müssen unbedingt — und wir bestehen darauf — Mittel und Wege finden, um das allgemeine Publikum für unsere Aktien zu interessieren, und Sie müssen solche Geschäfte machen, daß daran verdient wird; das verlangen wir von Ihnen. Wenn an unseren Banken verdient wird, werden viel mehr Leute an uns ein Interesse bekommen, als wenn wir noch so sehr agitieren. Es gibt solche Geschäfte, Sie wissen es ganz genau, esNnützt nichts, wenn Sie es leugnen. Sie sind unbestritten alle ausgezeichnete Großkaufleute, das soll zugegeben werden. Aber in dem Augenblicke, meine Herren Direktoren, wo Sie aus Ihren Privatgeschäften herauskommen und in unsere Bank eintreten, da fühlen Sie sich nicht mehr als Kaufleute, sondern einfach als Administratoren von Staatseigentum, und das ist ein Fehler. Verwenden Sie doch Ihre großen kaufmännischen Fähigkeiten nicht nur privat, sondern auch bei uns, das verlangen wir von Ihnen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist auch entschieden ein Fehler, daß Sie noch nicht den Weg gefunden haben zur Konzernbeteiligung. Es ist ganz ausgeschlossen, daß wir jemals im Oriente reüssieren können, wenn unsere Bankgruppe sich nicht geschäftlich so viel Kapital, Macht und Ansehen verschafft, daß sie sich einem der im Oriente tätigen Konzerne anschließen kann. Es ist ganz ausgeschlossen und ist eine Selbstüberschätzung, daß wir jemals dort allein etwas machen können; und zwar könnte das sehr gut auf diese Weise geschehen, daß die andern das Kapital liefern und wir die Arbeitsmöglichkeiten, denn so viel sollte unsere zionistische Organisation wert sein, daß sie ihnen zu Hilfe gehen kann vund sagt: da sind Arbeiter, wenn erst die Aufnahmefähigkeit des Landes geschaffen ist. (Lebhafte Zwischenrute.) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich bitte den Herrn Redner nicht zu unterbrechen. Del. Dr. Pinkus: Ich habe Zwischenrufe sehr gerne, aber ich kann auf sie jetzt nicht eingehen, weil ich sie,nicht gehört habe. Ich resümiere daher folgendermaßen: An ein wirkliches Aufleben unseres Banksystems ist nicht zu glauben, wenn sie nicht ernsthaft daran gehen, den Weg zum internationalen Geldmarkte zu finden. Das muß eine ihrer wichtigsten Aufgaben sein und sie müssen unablässig bestrebt sein, diesen Weg unter allen Umständen zu finden. Es geht nicht anders, denn für uns — darüber müssen wir uns klar sein, und alle Kultur-