Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 137

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 137 (sequence 137)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476274--3682-3479824
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 137 - daß wir im Vortrage unseres Bankpräsidenten Herrn Katze nelsohn in der Generaldebatte einige Winke über unsere Bankpolitik bekommen werden, statt dessen hörten wir nur darüber, wie wir das gesammelte Geld zusammenhalten und gut verwalten, daß es mäßige Zinsen abwerfe. Ich dachte, daß wir einige Winke darüber finden werden, in welcher Weise wir verfahren sollen, um den Anforderungen, die wir schon jetzt für das große Unternehmen, das uns bevorsteht, aufstellen, einigermaßen nachkommen können. Uns stehen große wirtschaftliche Unternehmungen bevor, Bewässerungsunternehmungen und Parzellierungsunternehmungen. Wir denken weiter an Unternehmungen für langjährigen Agrarkredit. Dann steht uns eine Unmenge von wirtschaftlichen Aufgaben bevor und da müssen wir doch trachten, wie wir dazu kommen, einigermaßen größere Mittel in den Dienst dieser Unternehmungen zusammenbringen zu können. Wir betonen stets, daß wir überall, wrohin wir kommen, moderne Methoden einführen. Ich will, daß wir moderne Mittel überall anwenden, und da möchte ich die Aufmerksamkeit der Leiter unserer finanziellen Politik, unserer Banken, darauf richten, daß ein modernes Mittel jetzt überall für staatliche, städtische, provinzielle Gesellschaften und sogar für private große Unternehmungen verwendet wird. Es gibt eine einzige Quelle, womit man die großen Gelder schafft, das ist der internationale Geldmarkt. Wir können uns nicht darauf beschränken, daß wir nur Aktien unter unseren engeren Gesinnungsgenossen absetzen. Wir müssen Mittel und Wege finden, auf welche Weise wir für unsere Unternehmungen die Mittel so beschaffen, wie jeder größere Unternehmer dies tut, nämlich durch die Ausnützung der unerschöpflichen Quellen des Geldmarktes. Ich kann meine Meinung noch nicht zu festen Resolutionen verdichten, aber ich möchte die Aufmerksamkeit der Leiter unserer Finanzpolitik darauf richten, daß sie diese moderne Quelle, die überall und bei allen Unternehmungen verwendet wird, in den Dienst unserer modernen Unternehmugen stellen. Mir scheint, daß wir schon jetzt einige Unternehmungen haben, die ganz befriedigende und anständige Dividende abwerfen. Vielleicht lassen sich die Wertpapiere dieser Unternehmungen irgendwie so placieren, wie jedes wirtschaftliche Unternehmen placiert wird. Diese Anregung unterbreite ich den Leitern der Finanzinstitute. (Beifall.) Del. Schwiff (Warschau): Geehrter Kongreß! Im Namen von mehreren Städten, die mich hierher zum Kongreß delegiert haben, bitte ich das geehrte Direktorium der jüdischen Kolonialbank um eine Erklärung auf unsere drei folgenden Fragen: 1. Warum sorgt der J. C. T. nicht dafür, daß seine Aktien auf der Londoner Börse kotiert werden, ebenso wie die Aktien der anderen Aktiengesellschaften? 2. Warum tragen die Aktien des J. G. T. schon seit zehn Jahren nur 2—2y2<-yo Dividende, während keine einzige A.-G. in der Welt solche geringe Dividende abwirft? 3. Warum gründet der j. C. T. nicht eine spezielle Abteilung für jüdische Lebensversicherung, die nach genauer Ausrechnung 13 Millionen Rubel jährlich Reingewinn einbringen kann? Das von mir ausgearbeite Projekt ist von Herzl, Nordau, auch vom Bankdirektorium und sechs Millionen russischen Juden anerkannt und begutachtet worden, es wurde aber bis heute leider nicht verwirklicht. Warum? Geehrter Kongreß! Während Diskontogeschäfte mit einem Risiko verbunden sind, ist eine gut geleitete Lebensversicherung ohne jedes Risiko, da wohl kein einziger Jude Karbol trinken wird, um von dem J. C. T. 1000 Fr. Assekuranz zu bekommen. Ich bitte, meinen Vorschlag dem Kongreß vorzulegen und zur Debatte zu stellen. (Beifall.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.