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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 132

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 132 (sequence 132)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 132 - Ich bedauere, daß das Hauptbureau über diese Erwägungen und Erhebungen noch nicht hinausgekommen ist und bin erstaunt darüber, denn aus diesen Notizen ersehen Sie, daß das Hauptbureau die großen Vorteile einer solchen Zusammenfassung wohl erkennt: Planmäßige Arbeit, Verteilung der Lasten. Wenn es dennoch zu keinem Entschlüsse gekommen ist, so ist dies wohl nur daraus zu erklären, daß es bei jenen Institutionen, welche nunmehr bezüglich Propaganda und Inkasso vom N. F. ins Schlepptau genommen werden sollen, einen lebhaften Widerstand gefunden hat So jung nämlich unsere Institutionen sind, so hat sich doch schon ein gefährliches Selbständigkeitsgefühl herausgebildet. Eine Institution kämpft gegen die andere und konkurrenziert die andere; und ich kann auch den N. F. diesbezüglich von Schuld nicht freisprechen. Der N. F. sollte wie eine Mutter sein, die ihre Kinder, die aufstrebenden jungen Organisationen und Institutionen, von ihrem Herzblute nährt, und würde dabei selbst am besten fahren. (Lebhafte Zustimmung.) Herr Dr. Bodenheimer hat sehr warme Worte für die P. L. D. C. gefunden, aber ich kann die Anklage nicht unterdrücken, daß gerade von Köln vom Hauptbureau aus der österreichischen Sammelstelle die Sammlungen für die P. L. D. C. verboten worden sind. (Hört! hört!) Ich kann auch meine Meinung nicht unterdrücken, daß hier nicht rein sachliche Erwägungen mitgespielt haben, sondern daß das der Ausfluß des alten Gegensatzes zwischen Köln und Berlin ist, welcher durch den Brief C o w e n s vor zwei Jahren und durch den Brief Kanns auf diesem Kongresse und durch die Reden des Präsidenten Wolffsohn auf beiden Kongressen seine grelle Beleuchtung gefunden hat. Hoffentlich wird dies in der Zukunft besser werden. Es gellt wie ein Hilferuf, wenn das Hauptbureau am Schlüsse des Berichtes sagt, es wolle für seine Beschlüsse die Ansicht maßgebender Mitarbeiter hören. Wer ist ein maßgebenderer Mitarbeiter des Hauptbureau als der Zionistenkongreß, unsere oberste Behörde? Deshalb gestatte ich mir, dem Kongresse folgenden mit der genügenden Anzahl von Unterschriften versehenen Antrag zu unterbreiten. (Liest): ' „Der Kongreß spricht sich dafür aus, daß die Sammelstellen des J. N. F. zu allgemeinen zionistischen Finanzstellen ausgebildet werden, welche für alle zentralen zionistischen Institutionen die Propaganda und das Inkasso zu besorgen haben. Diese Arbeit soll nach einem bestimmten Arbeitsplan geleistet werden, der jedem Sammelzweck seine Sammelmittel und Sammelzeiten zuweist." Wenn jedem Sammelzwecke eine Sammelzeit gegeben wird, kann die Arbeit viel systematischer geleistet werden. Es können in dem einen Jahre die Erfahrungen des vorangegangenen Jahres verwertet und in Sondernummern der zionistischen Zeitungen verarbeitet werden. Es sollen auch den einzelnen Sammelzwecken bestimmte Sammelmittel zugewiesen werden. Wir alle sehen das klägliche Schauspiel, wie der Kulturfonds im Laufe der Jahre sich nicht entwickeln konnte, weil ihm der N. F. alle Sammelmittel vorweg genommen hat. Deshalb weil der N. F. früher gekommen ist, hat er doch nicht das Monopol auf diese Sammelmittel! Da wird ein Ausweg gefunden werden müssen, um auch dem Kulturfonds bzw. einer ganzen Reihe kultureller Institutionen, wie dem hygienischen Institut, dem Gymnasium usw., die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Mit Bescheidenheit wird Herr Prof. Warburg diesbezüglich nichts durchsetzen können, und ich möchte ihm in diesem Punkte wie in allen andern zurufen: Landgraf, werde hart! Ich habe vorhin betont, daß wir Herrn Dr. Bodenheimers Persönlichkeit die größte Achtung entgegenbringen. Ich will an einem zweiten Beispiele belegen, daß mich dies nicht hindert, Gegensätze mit ihm offen auszutragen. Er hat sich gegen die Besteuerung des N. F. ausgesprochen. Ich bin Leitei der österreichischen Sammelstelle und spreche für meine

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