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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 131

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 131 (sequence 131)
Language
German, English, Hebrew
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— 131 - Aber wir müssen auch an diesem Prinzip festhalten, weil sogar diejenigen, die von den Misrachisten vielleicht als nicht ganz religionstreu betrachtet werden, es ganz genau wissen, was für eine nationalisierende und vereinigende Kraft unsere Religion besitzt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Mit der Thora sind wir aus Palästina weggegangen, und mit dieser Thora werden wir zurückkommen. (Erneuter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Um sie zu ihrer alten moralischen Kraft zu bringen, müssen wir als erste Bedingung das beobachten, daß wir volle Toleranz zwischen uns üben. (Beifall.) Wir dienen alle dem Zionismus, die religiöse Ueberzeugung ist Sache jedes einzelnen. (Beifall.) Meine Damen und Herren! Was unsere offiziellen Institutionen, was die Leitung und die Zentralorganisation betrifft, so glaube ich das volle Rech! zu der Erklärung zu haben, daß wir die Worte H e r z 1 s als das Testament betrachten, das wir stets erfüllen werden. Und in dieser für uns einzig möglichen Richtung denke ich, daß es vielleicht nicht notwendig und jedenfalls nicht im Interesse der weiteren Führung unserer Verhandlungen ist, wenn wir statt einer Debatte über den N. F. und die Banken hier eine spezielle Religionsdebatte führen. (Zustimmung.) Wir haben beide Richtungen sich aussprechen lassen. Nun bitte ich Sie aber, wollen Sie nunmehr den Gegenständen Ihre Aufmerksamkeit widmen, die auf der Tagesordnung stehen, nämlich dem Berichte über den N. F. und den J. C. T. Das Wort erteile ich nunmehr dem Herrn Delegierten Dr. Zweig, der wahrscheinlich meiner Bitte schon Folge leisten wird. Del. Dr. Zweig: Hoher Kongreß! Sie werden es mir hoffentlich nicht verübeln, wenn ich dem Appell unseres Leiters folge und von der Kulturdebatte zur N. F. - Debatte zurückkehre. Mit einer wahren Gier erfasse ich die Gelegenheit, um dem Hauptbureau des N. F. und seinem Leiter, Herrn Dr. Bodenheimer, in meinem und meiner Freunde Namen den herzlichsten Dank und die wärmste Anerkennung auszusprechen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dies tue ich aber nicht nur deshalb, weil dieser Dank ein wohlverdienter ist, sondern zugleich, um zu bekunden, daß selbst in dem vermeintlichen Revolutionsneste Wien eine Leitung, welche mit Wohlwollen erfüllt ist, willige Gefolgschaft findet. Und eine solche wohlwollende Leitung ist die des N. F., denn sie nimmt Anregungen, von wo immer sie kommen, freundlich entgegen, prüft sie objektiv, und streut sie, wenn sie bewährt gefunden worden, lebenspendend nach allen Seiten hin aus. Eine solche Anregung, für welche sich die Landessammelstelle Oesterreich seit Jahr und Tag mit allem Nachdrucke eingesetzt hat, ist die Forderung aller, der Zersplitterung der Spendezwecke entgegenzuwirken und in alle Sammlungen ein gewisses System hineinzubringen. Wir haben zu diesem Zwecke vorgeschlagen, daß die N. F. - Organisation zu einer allgemein-zionistischen Finanzorganisation ausgestaltet werde, daß die N. F. - Sammelstellen „allgemeine Finanzstellen werden, welche für alle zionistischen Zentren den Propagandabetrieb und das Inkasso zu besorgen haben. Mit großer Freude stelle ich fest, daß das Hauptbureau dieser Anregung gefolgt ist, denn in dem Berichte des A. C. finde ich auf Seite 53 den Vermerk: „Wir haben daher der Lösung dieses Problems unsere größte Aufmerksamkeit zugewandt und gemeinsam mit der zionistischen Zentralleitung die Frage erwogen, ob und in welcher Weise in allen Ländern Bureaus mit bezahlten Kräften eingerichtet werden könnten, die sich nicht nur mit dem N. F., sondern mit allen finanziellen Institutionen zu befassen hätten, wie Scheckel, Banken, P. L. D. C. usw. Auf diese Weise könnten die Lasten verteilt und die Arbeiten für alle Institutionen planmäßig geleistet werden. Wie in allem, was der N. F. unternimmt, wäre es uns erwünscht, auch hierüber die Ansicht unserer maßgebenden Mitarbeiter zu hören." 9*

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