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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 123

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 123 (sequence 123)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 123 — sehen wir keine plötzlichen Sprünge, es ist vielleicht der Vergleich mir gestattet: Wir sehen es wie an einem Baume. Wenn wir ihn ein Jahr nicht gesehen haben, dann werden wir von außen nicht so viele Veränderungen an ihm wahrnehmen. Aber in diesem Jahre hat der Baum schöne Früchte getragen, er hat einen neuen Ring angesetzt und seine Wurzeln sind tiefer in den Boden eingedrungen, und wenn wir noch bedenken, daß dieser Baum an einem uns so unendlich teueren Boden gedeiht, dann werden wir sagen, daß dieser Baum uns eine große Befriedigung gewährt. Sie wissen von dem alten Wanderer, der an einem schönen Baume in der Wüste sich erlabt hat und sich nachher sagte: Dieser schöne Baum, der am Wasser steht und die schönsten Früchte trägt, der mich jetzt glücklich gemacht hat — mit welchem Wunsche soll ich mich verabschieden, womit soll ich dir meinen Segen geben? Das einzige, was ich sage, ist, daß alle Pflanzen, die von dir entstehen, ebenso am Wasser stehen, ebensolche Früchte tragen und ebenso gedeihen sollen, wie dieser Baum. Diesen Wunsch hege ich für alle Institutionen, die der Zionismus schaffen wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Wir treten jetzt in die Debatte über die beiden Referate ein. Da schon eine große Anzahl Redner vorgemerkt ist,- mache ich darauf aufmerksam, daß es im Interesse der Zeiteinteilung wäre, daß die verschiedenen, speziell technischen Fragen, die die Palästinaarbeit betreffen, bis zur Paiästinadebatte aufgeschoben werden und jetzt hauptsächlich die Fragen, die mehr den Nationalfonds betreffen, zur Debatte kommen. Del. Dr. Salis Daiches: Ich beantrage die Redezeit einzuschränken. Vizepräsident Dr. Tschlenow: Wer für die Einschränkung der Redezeit ist, bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. Es liegen bereits drei konkrete Anträge, betreffend die Einschränkung der Redezeit vor und zwar auf 10, auf 15 und auf eine halbe Stunde. (Große Unruhe. — Rufe: Es ist unzulässig, die Redezeit einzuschränken, bevor noch jemand zur Debatte gesprochen hat.) Ich bitte, meine Herren, der Kongreß hat eben beschlossen, daß die Redezeit beschränkt werden soll. (Neuerliche Unruhe.) Ich bitte diejenigen, die für 10 Minuten sind, die Hand zu erheben. (Geschieht — Ruf: Ich protestiere gegen die Abstimmung.) Ich bitte ferner die, die für 15 Minuten sind, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte schließlich alle, die für eine halbe Stunde sind, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Die große Majorität hat sich für die Einschränkung der Redezeit auf 15 Minuten ausgesprochen. (Lebhafter Beifall.) Nunmehr erteile ich das Wort Herrn Hermann Struck. Del. Hermann Struck (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Meine lieben Gesinnungsgenossen! Der freundliche Beifall, für den ich Ihnen von Herzen danke, läßt mich hoffen, daß Sie 'auch den Ideen und der ernsten Arbeit der Föderation Misrachi, in deren Namen ich hier spreche, Verständnis 'und Würdigung entgegenbringen. Ich gebe mich sogar der Hoffnung hin, die Herren, die mich durch Zischrufe geehrt haben, auf meine Seite zu bringen. Aus dem Munde des Herrn Dr. Bodenheimer haben wir alle mit inniger Freude vernommen, daß unsere landwirtschaftlichen Unternehmungen in Palästina zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Dann bat aber Dr. Bodenheimer, des Beifalls eines Teiles dieser Versammlung sicher, uns mit dem Ausdruck „religiöse Polizei" zu belegen

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