Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 122)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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— 122 - Die Filiale in Haifa hat bisher einen guten Umsatz zu verzeichnen gehabt und entwickelt sich Zusehens. Die neue Filiale in Safed hat in der ersten Zeit "kleine Verluste gehabt, aber darauf kommt es nicht an; hoffentlich wird sie den Zweck erfüllen, daß sie der umgebenden Kolonisation und den jüdischen Elementen Nutzen bringen wird, und das ist der Hauptzweck. Von einzelnen Operationen möchte ich hervorheben, daß wir in diesem Jahre einige Anleihen bewilligt haben und zwar für Wasserleitungen in Hevera, in Rischon le Zion und Mescha im Betrage von 67 000 Frs. Außerdem haben wir 10 Arbeiterhäuser gebaut. Besonders entwickeln sich die Kredite für Plantationen. So bewilligten wir für Orangen-, Mandelgärten usw. in Nachlat-Benjamin 100 000 Frs. Nun möchte ich einige Worte zu den rein geschäftlichen Operationen erwähnen. Das Wechselportefeuille hat sich auf 1 Million vergrößert. Die Zahl der Spezialkontis hat sich um 328 000 Frcs. erhöht. Nun komme ich zu einem Punkte, den ich besonders hervorheben möchte. Die Leihgenossenschaften haben sich im letzten Jahre lediglich durch unseren Kredit um 17 000 Frs. vergrößert, leider um nicht mehr. Es ist sehr zu bedauern, daß diese wichtige Institution in Palästina, die sich zwrar sehr schön entwickelt, sich aber nicht so schnell entwickelt, wie wir alle es wünschen möchten. Es wäre, glaube ich, eine der wichtigsten Aufgaben, daß wir den Leuten in Palästina die Bedeutung des Wertes der kooperativen Tätigkeit klarmachen. Wir haben bisher 1200 Mitglieder, wir arbeiten sehr hübsch, aber es wäre zu wünschen, daß sich das bedeutend vergrößert. Nun möchte ich zur summarischen Tätigkeit übergehen. Die Depoteinlagen betrugen am 31. Dezember 1909 4 678 330 Frs., sie waren am 30. Juni 1911 5 998 004 Frs. Wir haben also in diesen U/2 Jahren eine Vergrößerung der Einlagen um 30 o/0. Wenn wir bedenken, daß in diesem Jahre die Ernte schlecht war, daß also keine besonders günstigen Auspizien für das Land waren und dennoch die Summe der Einlagen im Lande sich um 1 Million vergrößert hat, so folgern wir daraus, wie ich im vorigen Jahre betont habe, daß sich jedes Jahr die Vermögenslage des Landes verbessert und etwas Geld ins Land kommt. Nun möchte ich zur wichtigsten Operation übergehen, nämlich zu unseren Investierungen im Lande. Diese betrugen am 31. Dezember 1909 5 078 710, sie sind jetzt — und hier bitte ich, bei diesen Zahlen aufzupassen — 7 729 213. Wir haben also in diesem Jahre eine Vergrößerung unserer Anlagen in Palästina um mehr als 21/2 Millionen oder um 52 0/0 in einem Jahre. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Meine Herren, mancher wird vielleicht eine solche Vergrößerung etwas amerikanisch oder ungesund nennen. Ich werde Ihnen mit ruhigem Gewissen antworten, diese Vergrößerung der Anlage in Palästina ist gesund und nicht amerikanisch, sie ist erez israelisch, palästinensisch. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Nun, meine Herren, 8 Millionen sind noch kein Goldregen, das ist namentlich für europäische Begriffe noch gar nicht allzu viel. Was dies aber für einen Machtfaktor im Leben Palästinas bildet, werden Sie daraus begreifen, wenn Sie hören, daß der ganze Umsatz Palästinas ungefähr 50 Millionen Frs. jährlich beträgt, nämlich 25 Millionen Import und ebensoviel Export. Der Binnenhandel ist fast verschwindend. Wenn Sie also bedenken, daß der ganze Jahresumsatz des Landes 50 000 000 beträgt und daß wir davon 8 Millionen investiert haben, so werden Sie daraus ermessen, was für ein mächtiger Faktor im Leben Palastinas die A. P. C. jetzt geworden ist. Ich glaube, daß wir wirklich die Tätigkeit in dieser Institution mit einer gewissen Befriedigung betrachten können. Wohl