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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 121

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 121 (sequence 121)
Language
German, English, Hebrew
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— 121 - Und nun, meine Damen und Herren, will ich zu unserer ältesten und liebsten Tochter übergehen, zur A. P. C. Sie werden gestatten, daß ich zunächst einige Worte über Handel und industrielle Entwicklung Palästinas in diesem Jahre sage. Das ist nämlich mit unseren Operationen so enge verbunden, daß ich absolut nicht umhin kann, auf diesen Punkt zurückzukommen. Leider war 1910 die Ernte in Palästina sehr schlecht, so schlecht, daß man genötigt war, für 1 300 000 Francs Weizen einzuführen, um die Bevölkerung zu ernähren. Unter diesen schwierigen Umständen wäre zu erwarten, daß namentlich in solchen Agrikulturländern ein sehr großer Rückgang des Handels, sowohl im Exporte als im Importe, eintreten würde. Glücklicherweise war das nicht der Fall. Wohl ist der Export und Import nicht in dem Maße gestiegen wie früher, wenn sich auch der Import um 750 000 Francs erhöht hat. Das hat aber seine natürliche Ursache in dem Umstände, daß wir leider Weizen dorthin einführen mußten. Sonst stand der Import auf seiner früheren Höhe von 25 Millionen Francs. Der Export des Landes hat sich um 2*/2 Millionen Francs vergrößert und zwar haben wir das dem Umstände zu verdanken, das wir in Palästina nicht allein auf die Ernte angewiesen sind, sondern das sich auch die Plantagen in hervorragendem Maße entwickelt haben. Ich will Ihnen einige Zahlen nennen, die Sie vielleicht interessieren dürften. Der Export an Orangen war im Jahre 1903 675 000 Kisten, im Jahre 1909 744 000, im Jahre 1910 893 000 Kisten im Werte von 6 MilL Francs. Ich nenne Ihnen diese Ziffern aus zwei Gründen. Erstens, weil ich glaube, daß die A. P. C. an dieser Vergrößerung des Handels einen sehr wichtigen Anteil hat und zweitens, wie ich glaube, daß es Ihnen eine gewisse Freude bereiten wird, zu hören, wie . fruchtbar und ergiebig unser schönes Land Erez Iisrael geworden ist. Sombart vergleicht irgendwo in etwas überschwenglicher Weise Israel mit der Sonne, die, wo sie hinkommt, des Land befruchtet und neues Leben schafft, und wo Israel weggeht, entsteht eine Wüste. Ich glaube, es ist das etwas übertrieben, wenn man von anderen Ländern spricht, aber es trifft buchstäblich zu für Erez Israel. (Beifall.) Von sonstigen Zügen des palästinensischen Lebens möchte ich hervorheben, daß sich die Touristik in diesem Jahre um fast 50 o/0 gehoben hat. Es waren 7176 Personen dort gegen 5560. Leider muß ich nun auf ein Gebiet kommen, das sich wenig entwickelt hat, und das ist die Industrie im Lande. Diese steht fast auf demselben Punkte wie früher und sind, mit Ausnahme der Seifenindustrie, keine größeren Zahlen zu nennen. Leider haben sich die Wege und öffentlichen Bauten, von denen man erhoffte, daß sie durch das neue Regime ganz anders geführt werden wie bisher, in diesen paar Jahren nicht bewähren wollen. Hoffen wir, daß dies endlich kommen wird, um Palästina zu einem Lande zu entwickeln, in dem wirklich gute Verbindungen und Wege, sowie Bauten sind, die es ermöglichen, daß Industrie und Handel sich so entwickeln, wie dies in den europäischen Ländern der Fall ist. Das wollen wir für die allernächste Zukunft erwarten. (Beifall.) Nun will ich zu den etwas langweiligen Zahlen übergehen; aber die Zahlen sprechen die beste Sprache. Ich will da von der A. P. C. und von den einzelnen Filialen unserer Bank sprechen. In Jerusalem sehen wir keine besonderen Fortschritte, Aber jedenfalls entwickelt sich die Sache allmählich und besser. In Jaffa entwickelte sich die Bank in den letzten paar Jahren sehr schön und nahm einen besonders guten Einfluß auf die Ausdehnung der jüdischen Kolonisation. In Bairuth entwickeln sich die jüdischen Geschäfte sehr gut, und es ist zu erwarten, daß die Bairuther Filiale sich noch einträglicher gestalten wird wie bisher.

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