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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 99

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 99 (sequence 99)
Language
German, English, Hebrew
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— 99 — weiterarbeiten, so bin ich überzeugt, es dauert keine zehn Jahre mehr, dann wird die ganze Welt von unserer Arbeit im Orient mit Befriedigung und Hochachtung sprechen. (Stürmischer, lang anhaltender, sich immer wieder erneuernder Beifall und Händeklatschen im Saale und auf der Galerie.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort hat Herr Präsident Wolffsohn. Präsident Wolffsohn (mit stürmischem, lang anhaltendem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Geehrter Kongreß! Ich werde versuchen, genau der Debatte entsprechend, mich auch kurz zu fassen. Ich werde versuchen, sämtliche Reden, die hier gehalten wurden, kurz durchzugehen. Die erste war die des Herrn Böhm. Ich habe heute morgen bereits gesagt, daß ich es nicht 4ulden will, daß Herr Böhm mich zum Rachmonus-Zionisten machen will, daß er Rachmonus mit mir haben soll; und ich freue mich, daß meine Worte die Wirkung hatten, daß nachher die Redner das kritisiert haben, was sie zu kritisieren hatten. Ich bedaure nur, daß der Kongreß den Wunsch des Herrn T r i e t s c h abgelehnt hat, ihm das Wort zu geben, nachdem er ausdrücklich gesagt hat, daß er kritisieren will. Da ich aber die Geschicklichkeit des Herrn T r i e t s c h in parlamentarischen Dingen kenne, hoffe ich, er wird noch irgendwie die Gelegenheit finden, mich anzugreifen. (Heiterkeit.) Herr Böhm hat, wie er ausdrücklich sagte, nicht kritisiert, und Herr P a s m a n i k hat nachher seine Methode akzeptiert, und sie haben, wie man sagt — ich will das richtige Wort nicht anwenden, es könnte mißverstanden werden — auf einen gewissen Gegenstand geschlagen, aber einen andern Gegenstand damit gemeint. Sie haben immer gesagt, was die nächste Leitung tun solle, und damit bewiesen, was die alte Leitung unterlassen hat! Ich glaube, sie haben damit den Fehler begangen, die neue Leitung mit zu vielen Wünschen und zu vielen Hoffnungen zu belasten. (Sehr richtig.) Ich würde mich freuen, und Sie alle mit mir, wenn die neue Leitung so viel als Sie erwarten, leisten könnte und würde; aber Sie können nichts Uebermenschliches von der neuen Leitung erwarten und auch nicht von der abtretenden Leitung verlangen. * Herr Böhm hat aber etwas gesagt, was ich zurückweisen muß, weil ich es für ein Phantasieprodukt halte. Er hat ausdrücklich gesagt: Wir, die Opposition, haben das alles errungen, wir haben die praktische Arbeit durchgesetzt, auf unsere Wünsche hin ist sie erfolgt. Ich weiß nicht, wann Herr Böhm in die Bewegung eingetreten ist, ich weiß nicht, ob er schon Zionist gewesen ist, ob er den Zionismus schon kannte, als wir bereits im Zionismus praktische Arbeit gemacht haben, und ich möchte mit der größten Entschiedenheit zurückweisen, daß nur die Opposition es war, die uns praktische Arbeit abgezwungen habe. Wünsche äußern, das ist sehr leicht, meine Herren, aber die Wünsche durchführen, das verlangen Sie von der Leitung. Wenn wir alle Projekte durchgeführt hätten, die Sie vorgeschlagen haben, — das wäre ija wunderschön gewesen, — aber wir hatten nicht die Möglichkeit dazu. Ich möchte das ausdrücklich zurückweisen, daß wir uns jede Kleinigkeit^ die wir getan haben, hätten abtrotzen lassen. Ich könnte Ihnen Dinge anführen, die Sie nicht gefordert haben und die wir gemacht haben und die gut gemacht worden sind. (Beifall.) Herr Böhm sprach davon, daß der Zionismus von uns verwässert worden ist. Gut; ich weiß aber nicht — bei uns wird so viel über diesen Gegenstand debattiert, daß ich wirklich nicht weiß, wer recht hat: ob die recht haben, die sagen, daß die Beschränkung des ganzen Zionismus auf die Kleinarbeit in Palästina eine Verwässerung darstelle, oder die 7*

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