Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 98)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 98 — auf der Bank liegen hat; wenigstens bis vor kurzem, jetzt hat sie große Käute gemacht. Sie hat keine Schulden, alles Geld ist aut der Bank und talles ist in guten, sicheren, billig gekauften Terrains angelegt. Also wo bleibt da ein Grund zur Konsolidierung? Nun kommen wir zu der P. L. D. C, worauf sich ja Herr Kann, wie aus allem hervorgeht, hauptsächlich stützt. Diese hat tatsächlich in den ersten beiden Jahren wenigstens buchmäßig einen Verlust gehabt, wie es jedes landwirtschaftliche Unternehmen auf neuem Boden anfänglich haben muß. (Zustimmung.) Deshalb die Gesellschaft zu konsolidieren, deshalb sie mit anderen zu verschmelzen, dafür ist nach meiner Ansicht gar kein Grund vorhanden. Man soll ihr mehr Kapital geben, man soll ihr mehr Aktien abnehmen, damit sie für ihr Parzellierungsgeschäft nicht soviel Kredit beim N. F. nehmen muß. Das ist nötig. Sie hat jetzt ungefähr 150 000 Mk. außer den Aktien des N. F. Ich bin dafür, daß man ihr wenigstens die 50 000 Pfd. Sterl. schafft. Das ist die Konsolidierung, wie ich sie vorschlage, dann kann sie nicht ein Gut, sondern zwei Güter parzellieren, und dann braucht sie kein Darlehen beim N. F. aufzunehmen. Daß der N. F. ihr aber Darlehen gibt und geben muß, ist selbstverständlich; denn dies entspricht gerade dem Zweck des N. F., solange er noch nicht für seine eigene Rechnung unveräußerlichen Boden kaufen kann. Also auch da sehe ich keinen Grund zu den Befürchtungen und zu den Beschwerden, die Herr Kann hat. Wenn wir aber das System des Herrn Kann annehmen, immer warten wollen, bis eine Sache schon Erfolg hat, wie weit wären wir jetzt? Wir wären;noch nicht über den J. C. T. hinausgekommen (sehr richtig); wir hätten noch nicht die A. P. C., geschweige denn den N. F.! Also ich glaube, auch das Prinzip des Herrn Kann ist nicht richtig. Daß wir eine kaufmännische Leitung haben wollen und ihrer bedürfen, ist selbstverständlich. Aber wir haben im Ressort einen tüchtigen, vorsichtigen Kaufmann und andere stehen uns stets zur Beratung zur Verfügung. Herr Kann verficht immer die Idee, man solle sich bemühen, von Nichtzionisten die großen Kapitalien zu erhalten, die hierfür fehlen. Ich habe ihn immer gewarnt und gesagt: Herr Kann, versuchen Sie es, Sie wrerden dieselbe negative Erfahrung machen, wie ich sie gemacht habe; und so ist es auch gekommen, hier steht es schwarz auf weiß. Ich habe immer gehofft, ich würde mich irren, aber leider ist dem nicht so. Er scheint auch keinen Erfolg gehabt zu haben. Wenn wir weiterkommen wollen, so bleibt uns leider nichts anderes übrig, als aut dem alten Wege weiter zu gehen. Nun, meine Damen und Herren, glücklicherweise haben wir jetzt nicht mehr allzu viel nötig. Wir haben die Kadres gelegt, wir haben das meiste, was wir wollen, das, was uns noch fehlt, ist der weitere Ausbau. Ferner fehlen uns noch die Fonds für Kulturinstitutionen, wie z. B. für das hygienische Institut, das Nationalmuseum und die Nationalbibliothek. Auch dafür werden und müssen wir die Mittel finden. Wir haben uns vielfach überlegt, wie wir die Mittel auf anderem Wege beschaffen können, als daß wir immer an das große Publikum herantreten, was ja immer nur sehr geringe Erfolge hat. Wir sind aber stets zu dem Resultat gekommen, daß es keine anderen Mittel gibt als die, wie sie öer N. F. anwendet, d. h. die Agitation von Mann zu Mann, durch Reisen und Sammelstellen. Wenn wir aber dabei dem N. F. keine Konkurrenz bereiten wollen, so müssen wir uns mit ihm verständigen. Auch stimme ich mit Herrn Dr. P a s m a n i k absolut überein: Wir müssen die Kulturarbeit nicht nur in Palästina, sondern auch in den Mittelpunkten des türkischen Reiches, nämlich ausschließlich auch dort, wo große jüdische Gemeinden sind, in die Hand nehmen — dann werden wir auch weit schneller vorwärts kommen als heute, mit unserer beschränkten Palästina- Arbeit. Schon jetzt aber schreitet sie voran, man sieht schon jetzt den Erfolg, und wenn wir in der bisherigen Weise, aber in verstärktem Maße