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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 97

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 97 (sequence 97)
Language
German, English, Hebrew
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— 97 — ganz anders sein, dann wird um so billiger gearbeitet werden. Nun, ich muß gestehen, ich war nach manchen Nachrichten, die von drüben kamen, schließlich gleichfalls etwas ängstlich geworden und habe deshalb auch dem Beschluß des E. A. C. zugestimmt, daß wir einmal die Sache untersuchen ließen; aber das wußte Herr Kann; wir hatten den Befehl schon herausgegeben. Nun wundert es mich außerordentlich, daß er schreibt: „ich habe Inspektion verlangt, aber es blieb alles beim alten!" Natürlich! Eine Inspektion kann man nicht sofort im ersten Moment vornehmen. Die Sachverständigen sind doch dort nicht so ohne weiteres zur Hand. Wir haben Herrn Aronsohn beauftragt, aber der hatte auch etwas anderes zu tun, als gleich die Inspektion zu machen. Er hat dann einen Bericht hergeschickt nebst einem Bericht von R u p p i n, der die Schlüsse aus der ganzen Lage zieht. Herr Dr. R u p p i n kommt hierbei zu dem Schluß, daß jeder Baum bis zu seiner Vollendung 7,50 M. kosten wird, d. h. 25 o/o mehr, als wir im Durchschnitt angenommen haben. Wenn das richtig ist, dann können wir annehmen, daß wir später zweifellos mit 6 M. auskommen werden, ich hoffe, vielleicht sogar mit noch weniger. Aber selbst wenn der Baum 6,50 M., selbst wenn er 7 M. kosten sollte — ist das ein Grund, eine so wichtige, eine so vitale Institution wie die Oelbaumspende, hier vor der Oeffentlichkeit zu diskreditieren? (Beifall und Händeklatschen.) Ich komme zum Pflanzungsverein in Palästina. Dieser Verein ist sehr klein geblieben; wir haben uns wenig darum gekümmert. Wir haben ihn damals besonders aus dem Grunde gegründet, weil wir glaubten, daß die gesetzestreuen Gesinnungsgenossen an dieser Sache Interesse haben würden; sie haben es nicht gehabt. Ist der Verein auch klein geblieben, so hat sich aber derselbe gut entwickelt, die Pflanzungen gehen sehr gut weiter, und wir kommen zweifellos für diese Pflanzungen mit dem vorhandenen Kapital aus. Von einer Nichtkonsolidierung dieses Vereins kann keine Rede sein. Dann kommt der Verein Bezalel, den Herr Kann ganz speziell anführt als einen Verein, der reorganisiert werden müsse. Gerade dieser Verein steht nun zufälligerweise unter der Leitung eines sehr tüchtigen Kaufmanns, der ihm fast seine ganze Zeit widmet und dessen enormer Tätigkeit und Liebe für diesen Verein wir es zu verdanken haben, daß er sich in kurzer Zeit so mächtig ausgedehnt hat. (Beifall und Händeklatschen.) Der Verein hat ein großes Budget. In diesem Jahre wird er für zirka 150 000 Frcs. Ware herstellen, im nächsten Jahre für 200 000 Frcs., und dies fast ohne Betriebskapital; d. h. das Kapital sparen wir uns ab von den Ueberschüssen. Die einzige Schuld ist ein Kredit bei der Bank, ich glaube von etwa 30 000 M. Ich möchte ein gewerbliches Unternehmen sehen, das derartig sicher steht; denn wenn wir die Ware berechnen, so bekommen wir doch die ganzen 150 000 Frcs. wieder, so daß der kleine Kredit reichlich gedeckt ist. Ich vermag nicht einzusehen, weshalb dieser Verein vom kaufmännischen Standpunkt einer Reorganisation bedürfte. Wir kommen nun zu den wirklich kaufmännischen Unternehmungen: Zuerst das Palästina-Industriesyndikat. Sie wissen, daß dies eine Gesellschaft, ein Syndikat, mit 100 000 M. Kapital ist; es soll erforschen, welche Industrien in Palästina mit Erfolg betrieben werden können, es muß hierbei einen Teil seines Geldes riskieren. Es hat auch 3000 M. bei der Bäderpacht investiert und hat jetzt noch 2000 Frcs. dort; es hat also gerade die Zinsen eingebüßt, hat aber an Erfahrungen viel gewonnen, und das KapitaHiegt unversehrt in der Bank. Eine Konsolidierung dieser Gesellschaft scheint mir auch vorläufig gänzlich überflüssig zu sein. Die Immobiliengesellschaft Palästina! Die Gesellschaft kauft städtische Terrains, parzelliert und verkauft sie. Sie hat soviel Kredit bei den Käufern, daß diese >hr Geld vorher einschicken, so daß sie den größten Teil ihres Kapitals 7

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