Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 89)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 89 — einigermaßen zu befriedigen. Dennoch konstatieren wir mit Freude und Genugtuung, daß dieses Institut von Tag zu Tag wächst und von Tag zu Tag mehr imstande ist, unsere Wünsche zu erfüllen, und ähnlich kann es mit der Oelbaumspende werden. Die Oelbaumspende ist eines der besten Mittel, um die Nationalfonds g' eider zu thesaurieren. Nur eine solche Anlage, deren Kapital und Zinsen wert für Jahrhunderte berechnet ist, ist geeignet, Nationalfondsgeider aufzunehmen, und nur eine derartig sichere Anlage, wie sie zurzeit die Anpflanzung von Oelbäumen in Palästina ist, verdient, daß für sie Nationalfondsgelder verwendet werden. Die Oelbaumspende ist eines der besten Mittel, um das Andenken unserer großen Männer zu ehren. Wir, die wir Totendenkmäler verpönen, müssen mit um so größerer Vorliebe, diese lebendigen, Land und Volk belebenden Denkmale wählen. (Lebhafter Beifall.) Die Oelbaumspende ist eines der besten Mittel, um neue Kernpunkte für Ansiedlungen an solchen Stellen zu schaffen, an denen in der ersten Zeit die Ansiedelungschwerist. Die Oelbaumspende hat die große Aufgabe der Aufforstung Palästinas — natürlich nicht die jetzige kleine, sondern die zukünftige große Oelbaumspende. Die ganzen jüdischen Berge, wo zahlreiche Ruinen, Zisternen und Kelter, ja noch jetzt bestehende Dörfer darauf hinweisen, daß in diesen Gegenden unsere Ahnen dicht angesiedelt waren und daß hier einst vor 2000 Jahren blühende Gärten standen, die nur im w e ch s e 1 v o 11 e n Schicksale der Zeit durch feindliche Völkerschaften zerstört wurden — diese Anlage ist ein Mittel, um diese historischen Gegenden zu erneuern und zu verjüngen und aus diesen nackten Felsen blühendes, frisches Leben hervorzuzaubern, sie ist eine große Aufgabe, für die uns das Land und das Volk dankbar sein werden. (Lebhafte Zustimmung.) Die Frage ist natürlich, woher die Mittel beschafft werden, um der großen Aufgabe gerecht zu werden. Da glaube ich, daß ein so populäres Mittel, wie die Oelbaumspende, gewiß imstande ist, sich bedeutend zu vergrößern und zu vermehren. Den meisten Juden entspricht es in ihrem Gefühle, wenn sie durch solche lebende Zeichen; die wichtigen Ereignisse in ihrem Leben als Grenzsteine markieren, und wenn sie durch diese lebenden Zeichen Fäden gezogen sehen zwischen ihrer Existenz im Golus und dem Lande der Väter. Dieses Gefühl dürfen wir nicht durch eine vorzeitige und ungerechte Kritik abschwächen. (Lebhafter Beifall.) Dieses Gefühl müssen wir entwickeln und ausbilden, denn es ist ein Quell für große Hilfsmittel zur Belebung unseres Landes. Wir haben bis jetzt, wie Ihnen bekannt sein dürfte, an zwei Stellen die Bepflanzung versucht. Vizepräsident Dr. Tschlenow (unterbrechend): Ich bitte, Ihre Ausführungen einigermaßen abzukürzen, denn Ihre Zeit ist um. Del. Dr. Jakob Thon (fortfahrend): Ich werde mir deshalb die Details schenken und sie lieber im Palästinaausschuß mitteilen; denn ich möchte doch noch einige andere Punkte berühren. Neben der Oelbaumspende wurde die P. L. D. C. angegriffen. Es ist Ihnen bekannt, daß dieses Institut zur Aufgabe hat, den Kauf größerer Bodenkomplexe zu vermitteln und den Verkauf in einzelnen Parzellen