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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 81

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 81 (sequence 81)
Language
German, English, Hebrew
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— 81 — des weiteren nicht auslassen. Ueber die Emigrationsfrage zu sprechen, die Herr Adolf Böhm ebenfalls gestreift hat, enthalte ich mich, weil hierzu noch später Gelegenheit sein wird. Ich will nur konstatieren, daß, wie schon Herr Präsident Wolffsohn erklärt hat, Herr Adolf Böhm bezüglich der Tätigkeit des A. C. in einem Irrtume befangen war. Aber auch Herrn Präsidenten Wolffsohn muß ich daran erinnern, daß auch er die Zeit zu kurz gefaßt hat, denn wir sind beide vor vielen Jahren auf einem Emigrationskongresse gewesen, vielleicht wird er sich jetzt daran erinnern. Nun möchte ich nur noch auf ein Wort des Herren Dr. Z o 11 s c h a n aufmerksam machen, und das hängt auch mit der ganzen Art und Weise zusammen, wie der österreichische Distrikt arbeitet. Ich glaube wirklich nicht, — vielleicht befinde ich mich trotz meiner langjährigen Arbeit in einem Irrtume — daß man unsere Arbeit mit einem schroffen Auftreten nach außen verbinden muß. Ich glaube wirklich nicht, daß jedes Judentum, das nicht zionistisch ist, deshalb in Grund und Boden zu verdammen ist. Ich glaube, daß die Assimilationsjuden lange nicht so schlecht sind, wie sie oft hingestellt werden. (Beifall und Widerspruch.) Vergessen Sie nicht, daß die Assimilation ein notwendiger historischer Prozeß im Judentum war; Sie können die Leute, die historisch so geworden sind, doch nicht dafür verantwortlich machen, daß sie vielleicht aus Mangel an Erkenntnis noch in diesem Prozeß verblieben sind, aus dem wir schon herausgekommen sind. Lassen Sie uns sie immer mehr und mehr aufklären. Leider muß ich schon schließen. Ich sage deshalb: Ich wünsche, daß wir auf diesem Kongresse tatsächlich zu einer Einigung kommen. Wenn wir uns aber nicht vollständig aussprechen, wenn wir nicht die Meinungen auch anderer gelten lassen — und das ist nötig auch für unsere Verständigung mit den gegnerischen Verbänden —, dann wird der Frieden, den wir jetzt schließen, nicht von langer Dauer sein und wir werden ein mit so großen Mühen aufgebautes Friedenswerk, bei dem wir alle Opfer gebracht haben, umsonst gemacht haben. Friede, aber ehrlicher und wohldurchdachter Friede! (Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Das Wort hat der Herr Delegierte Dr. Rappaport. (Derselbe ist im Saale nicht anwesend.) Ich erteile somit dem Herrn Delegierten Kaplansky-Kaplan das Wort. Del. S. Kaplansky: Geehrter Kongreß! In den Berichten des A. C. sowie in den Ansprachen des Herrn Präsidenten des A. C. und in verschiedenen Reden aus der Mitte des Kongresses wurde die Bedeutung der zionistischen Aufklärungsarbeit in der Türkei hervorgehoben. Es soll vor allem gesagt werden, daß wir die rückhaltlosen und entschiedenen Erklärungen des Herrn Präsidenten der Organisation in seinen Eröffnungsansprachen bezüglich der Ziele und Aufgaben des Zionismus in der Türkei vollkommen billigen. Wir möchten aber noch hinzufügen, daß wir nicht nur eine Aufklärung der türkischen Oeffentlichkeit verlangen, sondern daß wir die Notwendigkeit eines Ausgleichs und einer Verständigung mit der arabischen Oeffentlichkeit für notwendig erachten. Es wird in dem Berichte des A. C. darauf hingewiesen, daß die Stimmung in der türkischen Kammer sich in der letzten Zeit dem Zionismus gegenüber gebessert hat. Das mag wahr sein. Aber es soll nicht verhehlt und nicht verschwiegen werden, daß wir auf einen Widerstand eines Teiles der christlichen Araber in Palästina gestoßen sind, und wir haben ja bei der Eröffnung des Kongresses der blutigen Opfer und Blutzeugen des Kampfes in Galiläa in Ehren gedacht. Ich will nicht untersuchen, welchen Beweggründen der Widerstand eines Teiles der arabischen Großgrundbesitzer und der christlichen Araber entspringt, aber gesagt soll werden, daß diese Gegensätze nicht wirtschaftlichen und 6

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