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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 80

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 80 (sequence 80)
Language
German, English, Hebrew
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— 80 — in einer mir freilich viel mehr zusagenden Weise verlangt hat, daß wir uns in unsere Idee vertiefen und die theoretischen Grundlagen des Zionismus weiter ausbauen. Das ist ja eine vollständig richtige Forderung; aber wie soll die Leitung das machen? Hat die Leitung jemand, der das unternehmen wollte, gestört? Hat sie ein Interdikt gegen die Herausgabe des Z o 11 s c h a n sehen Buches erlassen? Sie sehen, es ist billig, sich hier auf dem Kongreß mit tönenden Worten Beifall zu gewinnen. (Lebhafte Zustimmung und Widerspruch.) Die übrigen Punkte finden Sie in der „Jüdischen Zeitung", deren Lektüre ich Ihnen empfehle. Uebrigens haben Sie ja Herrn Adolf Böhm gehört. Noch einen Punkt möchte ich-herausgreifen, ganz kurz, denn ich habe ja beschränkte Redezeit und möchte diese nicht überschreiten und das Arbeitsmaterial des Kongresses ist gar groß. Herr Böhm hat auch, wenn auch nur in weniger scharfen Umrissen, die innerpolitische Betätigung gestreift. Auch Dr. Reich aus der galizischen Landsmannschaft hat uns davon erzählt. Ich gehöre der westösterreichischen Landsmannschaft an und nicht der galizischen, aber ich gestatte mir, in bezug auf die politische Betätigung auch über die galizischen Verhältnisse zu reden. (Rufe: In diese haben Sie nichts dreinzureden!) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich. bitte, den Herrn Redner nicht zu unterbrechen! Del. Dr. S. Werner: Meine Damen und Herren! Es ist hier auf den Kongreß . . . (Unruhe. — Ruf: Sind Sie Deutschnationaler?) Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich bitte um Ruhe! Del. Dr. S. Werner: Es ist auf den Kongreß gebracht worden, und da haben wir das Recht, auch den anderen Standpunkt zur Geltung zu bringen. Ich erkläre Ihnen, daß Sie nicht glauben dürfen, wie es vielleicht den Anschein hier hat, daß alles, was an Zionisten in Westösterreich ist, sich mit diesen Ausführungen des Herrn Adolf Böhm einverstanden erklärt. (Lebhafter Beifall und Widerspruch.) Ich erkläre Ihnen ausdrücklich, daß ich mich in die sonstigen galizischen Verhältnisse deshalb nicht einmengen kann, weil ich mir, obwohl ich jetzt schon ziemlich lange in Oesterreich und auch einige wenige Monate in der zionistischen Bewegung tätig bin, trotzdem nicht das Recht anmaße — ich leiste jetzt fünfundzwanzig Jahre zionistische Arbeit —, in die galizischen Verhältnisse dreinzureden. Sie haben ja jetzt jüngere Herren, die werden das auch ohne mich treffen, ich wünsche ihnen viel Glück dazu. Vizepräsident Dr. Tschlenow: Ich muß bitten, Herr Doktor, Ihre zehn Minuten sind um! (Rufe: Weiter reden!) Del. Dr. Siegmund Werner: Ich bitte noch um zwei Minuteri! Vizepräsident Dr. Tschlenow: Zwei Minuten gebe ich Ihnen ex präsidio, länger nicht. Del. Dr. Siegmund Werner: Wir werden die Angelegenheit noch an anderer Stelle erörtern. Ich wollte diese Bemerkungen nur deshalb vor dem Kongresse vorbringen, um das Bild der zionistischen Tätigkeit in den einzelnen Ländern nicht verschieben zu lassen. Ich bin vollständig einverstanden mit Herrn Adolf Böhm, wenn er die jüdische Kultur und die Hebräisierung des Volkes verlangt, ich glaube aber zum Unterschiede von ihm nicht, daß das von der Leitung aus gemacht werden kann, sondern bin der Meinung, daß dies ganz anders angepackt werden muß — ich habe nicht die Zeit, um mich des näheren darüber auszusprechen —, daß es von uns aus gemacht werden muß und von Grund auf bei der Erziehung unserer Kinder gemacht werden muß, doch darüber kann ich mich jetzt

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