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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 79

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 79 (sequence 79)
Language
German, English, Hebrew
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Vizepräsident Dr. Tschlenow: Entschuldigen Sie, Herr Dr. Werner, daß ich Sie unterbrechen muß. Der Vorsitzende des Permanenz-Ausschusses wünscht nämlich das Wort zu einer Mitteilung. Del. Prof. Dr. Weizmann: Ich bitte alle Herren des Permanenz- Ausschusses, sich sofort in den kleinen Saal zu begeben, wo der Permanenz- Ausschuß tagt. Wir halten gerade in einer wichtigen Abstimmung. (Rufe: Herr Dr. Werner ist selbst Mitglied des Permanenz-Ausschusses! — Rufe: Die Sitzung unterbrechen!) Del. Dr. Siegmund Werner (fortfahrend): Ich bleibe eben hier und damit ist die Sache erledigt Meine Damen und Herren! Herr Adolf Böhm hat vor dem Kongresse diese programmatischen Erklärungen in der „Jüdischen Zeitung" veröffentlicht und hat sie ja auch auf der Kongreßtribüne — wenn auch in etwas milderer Form — wiederholt, was den Herrn Präsidenten veranlaßt hat, an den Mangel einer Kritik zu glauben. Nachdem ich leider nicht stenographiert habe, als Herr Adolf Böhm sprach, werde ich mir erlauben, die einzelnen Punkte dieses Programmes aus der „Jüdischen Zeitung" zu verlesen, womit ja wohl Herr Adolf Böhm einverstanden sein wird, nachdem ja in diesem Artikel sein Programm enthalten ist und er auf dem Kongresse nichts anderes gesagt hat, — höchstens mit anderen Worten — als was in diesen Programmpunkten enthalten ist. Herr Präsident Wolffsohn wird sich dann sofort davon überzeugen, daß er gar wohl kritisiert worden ist. (Liest): „Wir fordern eine Leitung, die durchaus und in jeder Hinsicht auf jenem intellektuellen und moralischen Niveau steht, welches der Bedeutung und der Würde des Zionismus entspricht." (Del. Torczyner: War denn das die Leitung bis jetzt nicht?) Ich weiß es nicht. (Del. T o r c z y n e r: Und das soll keine Kritik sein?) Meine Damen und Herren! Das ist selbstverständlich, wie der Herr Delegierte Torczyner herausgefühlt hat, eine sehr intensive Kritik. Das besagt nämlich, daß die Leitung bisher auf diesem Standpunkte nicht gestanden ist. (Zwischenruf: Das muß aber erst nachgewiesen werden!) Die Begründung dieses ersten programmatischen Punktes ist uns Herr Adolf Böhm hier schuldig geblieben. (Lebhafte Zustimmung.) Zweitens sagt Herr Adolf Böhm (liest): „Wir fordern eine Leitung, die genau weiß, was sie will und in jeder Richtung: Land- und Volkspolitik, Ideenpropaganda usw. die Bewegung tatsächlich führt." (Zwischenrufe: Phrasen!) Meine Damen und Herren! Das ist selbstverständlich etwasr was wir alle fordern und ich habe mich gewundert, daß Herr Adolf Böhm das als Forderung der sogenannten „Opposition" vorgebracht hat. Wenn diese Forderung oppositionell ist, dann sind wir alle oppositionell und wenn dies der Fall ist, haben wir eben alle denselben Willen, und das wäre sehr hübsch. Ferner verlangt Herr Adolf Böhm folgendes (liest): „Wir fordern von der Leitung, daß sie alle vorhandenen Kräfte integriert, zusammenfaßt" . . . und nun kommt eine ganze Reihe von weiteren Forderungen, die alle ganz selbstverständlich sind, mit denen uns Herr Adolf Böhm nichts Neues gebracht hat (Zustimmung), die aber in einer Form gebracht wurden — und das ist das wichtige —, als ob sie die Spitze gegen dieLeitung hätten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Zwischenrufe: Aber hier hat er das doch nicht getan!) Ich will das ausdrücklich festgestellt haben, weil man immer davon spricht, daß in sachlicher Weise Kritik geübt wird und nicht in persönlicher Weise. (Beifall.) Wie das geschieht, werde ich Ihnen noch an einem andern Beispiele nachweisen. Meine Damen und Herren! Eine Ideenpropaganda wird von uns verlangt im Gegensatz zu unserer jetzigen Propaganda. Ich habe bisher immer geglaubt, daß wir eine Idee und zwar in nicht allzu schlechter Weise propagieren. Ich glaube aber doch, Herr Böhm zuiverstehen. Es ist dasselbe, was Dr. Z o 11 s ch a n

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