Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 76)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476274--3621-3479763- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 76 — Bewegung-, und bei guter Leitung, eleganten Kabinen für Passagiere I. Klasse, schneller Fahrt infolge neuester maschineller Einrichtung, auch ein nicht unbedeutendes Prestige für unsere gesamte Nation und ein Beweis von deren Lebensfähigkeit. Dieses Schiffes Bord, der Bord des „Zion" oder „Theodor Herzl" wäre ein zwar schwimmendes, aber doch echt jüdisches Territorium! Es wäre auch ratsam, noch zwei kleinere Schiffe für regelmäßigen Dienst an der ganzen palästinatischen Küste, zwischen den Häfen Beyrenth, Haifa, Jaffa und .Alexandrien oder Port-Said, zu haben, weicher Dienst sicherlich sehr rentabel sein und außerdem einen bedeutenden ersprießlichen Einfluß auf unsere Kolonien haben würde, indem er die Produkte unserer Kolonisten, ihre Früchte, Orangen, ihre Oliven, Datteln, ihren Wein billig und schnell auf den großen ägyptischen Markt bringen würde. Zwar ist in den Statuten des ]. C. T. ein Paragraph vom Rechte, Schiffe zu besitzen und Reederei zu treiben, nicht vorhanden. Falls der Kongreß und die Generalversammlung des J. C. T. dieses Projekt jedoch approbiert, so sollen dieselben einen Rechtsanwalt in London bevollmächtigen, einen derartigen Paragraphen den Statuten hinzuzufügen, und sollen auch die Männer wählen, dies Vorhaben zur Ausführung zu bringen und die nötigen Summen zum Einkauf eines oder mehrerer Schiffe assignieren. Falls der Kongreß findet, daß der Nationalfonds oder der J. C. T. kein Recht oder nicht die gehörigen Mittel zum Ankauf von Schiffen besitzt, so proponiere ich, eine Sammlung sofort in diesen Kongreßtagen zwischen uns und unsern kapitalkräftigen Juden zu veranstalten, um dieses Schiff, diesen „Zion" oder „Theodor Herzl" dem Nationalfonds als Geschenk zu übergeben. Ich bin nicht der Ansicht, daß wenn wir ein Schiff haben, es einer Extra-Gesellschaft, etwa einer Tochterinstitution des J. C. T. wie z. B. die Anglo-Palestine Comp., gehöre, sondern nur ganz allein dem J. C. T., dessen Flagge, die Flagge des Judentums, Zions, auf dem Mäste unseres Schiffes flattern soll. Zum Schlüsse folgende Anregung für das Palästinaressort: Der Tiberiassee ist wegen seiner heilbringenden Quellen seit dem Altertum berühmt, und es liegt der Reichtum und das Aufblühen der ganzen Gegend in der Zukunft dieser Quellen. Vor einigen Jahren besuchte Prof. B a g i n s k i aus Berlin den Tiberiassee und sprach sich über das dortige Klima und die dortigen Quellen mit Begeisterung aus; daß das Klima für Lungenkranke ein Ideal sei und die Quellen für Gicht- und Rheumakranke höher als ähnliche Quellen in Europa stehen. Seine exakten Worte lauteten: „Diese Schwefelquellen sind die stärksten in der Welt!" Mein Vorschlag geht also dahin: Der J. C. T. soll s10 000 Pfd. Sterl. zu diesem Zwecke assignieren, ein Hotel mit Sanatorium am Tiberiassee bauen, ohne Luxus, aber allen hygienischen Forderungen der Jetztzeit entsprechend. Steine und Kalk sind dort sehr billig, so daß der Preis von 10 000 Pfd. Sterl. für 150 Zimmer nicht überschritten werden dürfte. Die Regie des Hotels wäre einem sicheren Pächter mit strengstem Kontrakte zu übergeben; er soll dafür 600—800 Pfd. Sterl. jährlich zahlen, dafür sollen die Pensionspreise samt Hin- und Rückreise von Odessa fixiert werden. Mit den russischen Dampfergesellschaften kann man wegen billigerer Tarife Abmachungen treffen. Auch wären zwei tüchtige jüdische Aerzte zu engagieren. Große Reklame wäre durch Flugblätter in der russischen und der Jargonsprache wegen des Klimas, der Heilquellen, der Billigkeit der Pension, der Reise und Kur, in allen Synagogen Rußlands zu verbreiten, mit Abdruck des Gutachtens von Prof. Baginski (an den geschrieben wurde; ich erwarte hier seine Antwort darüber), und womöglich noch von anderen medizinischen Autoritäten und darin der Vorzug vor europäischen derartigen Kurplätzen und klimatischen Luftkurorten hervor-