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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 75

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 75 (sequence 75)
Language
German, English, Hebrew
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Meine Damen und Herren! Es heißt beim Dichter: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen." Bestreben wir uns immer, das wir das tun, daß wir die Augen der offiziellen Türkei öffnen, daß wir nur das Beste der Türkei wollen, und dann sage ich: hasorim b'dimo br'ino jikzoru: „Wer in Tränen sät, wird in Freude ernten", und dazu rufe ich Ihnen noch zu: Chasak weemoz. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Rabinersohn (Kiew): Geehrter Kongreß! Prof. W a r b u r g hat in seiner ausführlichen und interessanten Rede von den wirtschaftlichen und geistigen Arbeiten, die das Actions-Comite in den letzten 10 Jahren geleistet hat, berichtet wie auch die bevorstehenden Aufgaben in diesen Richtungen für die nahe Zukunft skizziert. Gestatten Sie mir, einige Vorschläge Ihnen zu unterbreiten, deren Verwirklichung ich von weittragendem Nutzen für unsere Bewegung halte. Es handelt sich zu allererst um die Nationalbibliothek in Jerusalem. (Beifall.) In dieser Versammlung wird wohl niemand bezweifeln, daß Palästina, die Wiege unserer Kultur, auch für die Zukunft die Zentrale des jüdischen Geistes bilden muß. Ich halte es deswegen für überflüssig, diesen wichtigen, kulturellen Gegenstand eingehender zu besprechen und, um die kostbare Zeit des Kongresses zu sparen, will ich kurz und sachlich meine Vorschläge zusammenfassen, also: Mittel finden, um die Abarbanelbibliothek auf feste und sichere Basis zu stellen. Es ist ferner wünschenswert, ein eigenes, speziell zu diesem Zwecke gebautes Haus als Eigentum der Nation oder des Nationalfonds zu besitzen und mehr Propaganda zum Sammeln von Büchern, Manuskripten in allen Weltteilen durch Aufrufe und Artikel in den Zeitungen zu entfalten. Ich habe mit einem uns hier allen bekannten Gesinnungsgenossen und Spezialisten darüber gesprochen, und er behauptet, daß man mit einem jährlichen Budget von 20 000 Frcs. rechnen muß! Also falls der hohe Kongreß die Notwendigkeit einer Nationalbibliothek anerkennt, so ersuche ich, eine bestimmte Summe für den Bau des Bibliothekhauses und einen jährlichen Beitrag zu assignieren, wie auch eine Kommission zu wählen, die für diesen Zweck Propaganda machen und die fehlenden Gelder sammeln soll. Ich gehe nun von der kulturellen zu der wirtschaftlichen Frage über. Das Projekt, welches ich Ihnen vorbringen will, wird manchem vielleicht phantastisch vorkommen, aber so manches, was jetzt schon verwirklicht ist und blühend gedeiht, kam einst auch vielen phantastisch vor! Ja, unsere ganze zionistische Bewegung schien doch eine Utopie! „Doch wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen!" Ich schlage vor: Daß der Jewish Colonial Trust oder Nationalfonds 20 000 Pfd. Sterl. sogar 30 000 Pfd. Sterl. assigniere, für Ankauf eines Dampfers von 2—3000 Tons mit Einrichtung von Kabinen für Passagiere I. und III. Klasse und Warentransport für eine regelmäßige Route Jaffa— Alexandrien—Konstantinopel—Odessa, von Zeit zu Zeit auch Triest, unter dem Namen „Zion" oder „Theodor HerzFM (Lebhafter Beifall), welcher unter der englischen und weißblauen jüdischen Flagge des J. Col. Trust regelmäßig diese Linie befahren würde, und ich denke, daß nach Abzug aller Ausgaben, Amortisation, voller Versicherung, es doch minimum netto 4 Prozent dem J. Col. Trust einbringen muß! Es ist also keine Spekulation, kein Risikogeschäft, sondern ein rein kaufmännischer Betrieb und eine sichere Geldanlage. Mit der Zeit könnte man auch einen jüdischen Kapitän und jüdische Mannschaft haben. Für die erste Zeit könnte man die jemenischen Juden, die an schwere Arbeit gewöhnt sind, dreist engagieren. Dieses Schiff, welches die jüdische Flagge in den Häfen dreier Weltteile flattern ließe, wäre eine eklatante Propaganda für die zionistische

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