Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 73)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 73 — Verwaltung hat daher Vorsorge getroffen, daß dieser Vortrag und die Bilder, die ihm zur Grundlage dienen, allen Nationalfondskommissären und Vereinsvorsitzenden, soweit sie den Wunsch haben, solche Vorträge zu veranstalten, zur Verfügung stehen. Ich bitte, davon ausgiebigen Gebrauch zu machen. (Beifall und Händeklatschen.) Sodann kann ich Ihnen eine weitere erfreuliche Mitteilung machen, welche den N. F. betrifft. Herr Dr. Heinrich L o e w e hat gestern abend mit Recht hervorgehoben, daß es Pflicht der reichen Juden ist, sich in Palästina dadurch ein dauerndes Denkmal zu schaffen, daß sie dort Dörfer mit jüdischen Bauern und jüdischen Anstalten unter ihrem Namen schaffen. Dieser Vorgang steht nicht ohne Beispiel da. Es ist schon ein Spender da, der dem Nationalfonds für die Schaffung eines Dorfes unter seinem Namen einen großen Betrag zur Verfügung gestellt hat, und ich kann Ihnen die Mitteilung machen, daß Herr Kahane uns bisher 55 000 Mk. für diesen Zweck zugewendet hat. Herr Kahane hat in einem Briefe an mich den Wunsch geäußert, dem Kongreß diese Mitteilung zu machen, damit sein Beispiel Nachahmung finden möge. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) (Zwischenrufe.) Del. Dr. Nacht: Es wird gefragt, wer Herr Kahane ist. (Rufe: Ein Zionist!) Ich konstatiere, ein Zionist aus Rumänien. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich konstatiere also, daß Herr Kahane ein rumänischer Zionist ist. (Erneuter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich habe sodann ein Schreiben zu verlesen, das an den Kongreß gerichtet ist (liest): „Die Zionistische Ortsgruppe der Stadt Basel ladet die geehrten Delegierten, Journalisten und Gäste auf heute abend in den großen Park des Sommerkasino zu dem zu Ehren des zehnten Kongresses veranstalteten Gartenabend höflich ein. Das Konzert der Basler Feldmusik beginnt um 8 Uhr. Anschläge und Flugblätter besagen das Nähere. Im Hinblick auf den eigenartigen Reiz dieser gemütlichen Zusammenkünfte im Freien und in Rücksicht auf den Anklang, den sie an früheren Kongressen gefunden haben, wird auch diesmal allgemeine Beteiligung der Kongreßteilnehmer erhofft. Namens der arrangierenden Kommission Dr. S. Brunsenwig.'' (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich danke der Basler Ortsgruppe für diese freundliche Einladung,, und ich hoffe, Sie werden davon ausgiebigen Gebrauch machen. Das Wort hat Herr Dr. St r a u ß aus Bradford. Dr. Tschlenow (übernimmt den Vorsitz). Del. Rabbiner Dr. Strauß (Bradford): Geehrter Herr Vorsitzender, hochgeehrte Versammlung, meine Damen und Herren! Mein erstes Wort an Sie als ein Vertreter einer der Vereine im Norden Englands sei der gute, altbekannte, jüdische Ausdruck: Masel tow — viel Glück zur Versammlung! (Beifall.) Wenn man den Bericht liest, der in so ausgezeichneter Weise ausgestattet, vor einigen Tagen in Ihre Hand gelegt wurde, so erhebt sich unser Herz voll Freude darüber, daß wir ungeachtet der vielen Hindernisse schon so viele Erfolge in den letzten 14 Jahren erreicht haben. Meine Damen und Herren! Was sind 14 Jahre im Verlaufe der Entwicklung einer Nation? Mit dem Meister der Rede, unserem liebenswürdigen, großen Schriftsteller Herrn Dr. N o r d a u , teile ich ungeachtet der schrecklichen Verhältnisse, die in so vielen Ländern noch vorherrschen, einen Optimismus,, der den Juden von Haus aus mit der Muttermilch anerzogen wurde.