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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 71

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 71 (sequence 71)
Language
German, English, Hebrew
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— 71 — der Nützlichkeit unserer Bestrebungen für die Türkei. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Deswegen billigen wir alle Unternehmungen, die in Palästina vor sich gehen, und deshalb billigen wir selbst diese Projekte des Herrn Prof. War bürg, die sich vielleicht manchmal auch nicht als ganz notwendig erweisen könnten. Wir billigen alle Projekte, denn wo reich geerntet werden soll, darf mit der Saat nicht gekargt werden. (Beifall und Händeklatschen.) Die Idee des Zionismus ist eine Idee der Hoffnung und des Mutes, und wir müssen uns deshalb in allen Unternehmungen mutig benehmen, wenn wir die Hoffnung des jüdischen Volkes wachhalten sollen. Sie werden niemals ganz genau erwägen können, ob Ihnen ein Unternehmen Nutzen bringt oder nicht, und schon einmutigerVersuch, behaupte ich, — und wir haben es bei der Siedelungsgenossenschaft gesehen — erregt die Hoffnung des Volkes und trägt auch häufig zum Erfolge bei. (Beifall.) Ich war vor zwei Jahren in Palästina, und was mich am meisten begeistert und angeeifert hat, war nicht diese oder jene Kolonie, nicht diese oder jene Unternehmung, sondern es war das treibende, pulsierende, sprudelnde jüdische Leben, das form- und musterios und planlos sich neu gestaltet und dennoch den erhabenen Eindruck macht, als ob es die innere Macht und die Tradition von Jahrhunderten besäße. Und wenn wir manchmal in einem Momente des Zweifels uns befinden, wo wir nicht wissen, welche Form wir anwenden sollen, oder wenn Herr Dr. Zollschan heute noch pessimistisch über diese Grundideen des Zionismus denkt, dies Eine ist sicher: daß es eben dieses treibende und pulsierende Leben in Palästina ist, das uns alle in der Hoffnung erhält, und dieses Leben muß die künftige Leitung immer wieder und immer stärker wachrufen. Dieses Leben in Palästina muß sich in allen Formen offenbaren, muß seine Rechte immer geltend machen, immer seine Stimme erheben, bis endlich diese Stimme und auch diese Rechte von der Türkei anerkannt werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) In demselben Maße verlangen wir von der künftigen Leitung ein großes, tiefes Verständnis für die jüdische Kultur, für die immer weitere Kreise werbende hebräische Sprache, Verständnis für alles, was im jüdischen Leben und in den jüdischen Massen sich regt und bewegt. Man komme uns nicht mit der Bemerkung, daß dieses oder jenes nicht mit dem Zionismus in strammem Zusammenhange ist. Wir wollen ja die jüdischen Massen für uns gewinnen und glauben Sie wirklich, daß Sie dieses jüdische Volk, welches in Elend und Sklaverei dahinsiecht, für den Zionismus einzig und allein durch die Propaganda des Wortes werden gewinnen können? Durch nichts anderes werden Sie es gewinnen können, als dadurch, daß Sie das jüdische Volk schon jetzt organisieren und erziehen, nicht allein durch die Propaganda, sondern durch die Macht der Taten, durch die allmähliche progressive Evolution der Idee. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir galizischen Delegierten hoffen, daß dieser Weg von großen Erfolgen gekrönt sein wird, falls wir von diesem Kongresse auf die Weise scheiden, daß wir die Berliner Friedensbeschlüsse zur Wirklichkeit machen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir wollen von hier einig davongehen, und wir wollen beweisen, daß der Kampf, den wir seit zwei Jahren geführt haben, nicht ein Bruderkampf, sondern ein Kampf der Meinungen war. Wir werden uns alle als Sieger fühlen, wreil es keiner Gruppe, die hier im Saale vertreten ist und vor zwei Jahren vertreten war, darauf ankommt, daß die andere Gruppe eine Niederlage erleidet. Wir werden auf diese Weise die Freiheit der Meinungen mit der Disziplin der Partei, wir werden den Fortschritt der Idee mit der Ordnung in unseren Institutionen vereinigen, und wir werden vor allem das vereinigen, was doch keine Phrase ist, den Osten und den Westen im Zionismus. (Lebhafter Beifall.) Denn Sie können welcher Meinung immer sein, die Tatsache steht

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