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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 70

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 70 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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— 70 — dem Belieben des Präsidenten irgendwo eingeschaltet, sondern nach den gestrigen, voraufgegangenen Wortmeldungen eingefügt werde. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das ist ein Antrag pro domo. Der Kongreß hat den Schluß der Rednerliste beschlossen. Es stehen 22 Redner noch auf der Liste, und ich glaube daher, die Debatte kann sich ausreichend auch im Rahmen der (Wünsche des Herrn Wolffsohn erschöpfen. Ich frage also jetzt, ob der Kongreß damit einverstanden ist, daß die Rednerliste wieder eröffnet werde. (Rufe: Nein! — Unruhe.) Wer für den Antrag T r i e t s c h ist, wonach ihm allein noch das Wort gestattet werden soll, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Rufe: Der Antrag wurde nicht verstanden!) , Meine Herren, es ist gar ikein Zweifel, Herr Tri etsch beantragt, daß ihm ausnahmsweise das Recht gegeben werde, daß er nachträglich aut die Rednerliste gesetzt werde. (Widerspruch — Unruhe.) Ich bitte, meine Herren, wenn Sie nicht einverstanden sind, dann stimmen Sie eben dagegen. Wer also für den Antrag Trietsch ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe. (Nach einer Pause): Der Antrag ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Wort hat Herr Dr. Reich. Del. Dr. L. Reich (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Hoher Kongreß! Ich spreche hier nicht aliein im eigenen Namen, sondern ich habe die Ehre, im Namen der galizischen Landsmannschaft zu sprechen und ich betone dies, um Ihnen den erfreulichen Beweis zu erbringen, daß die galizischen Zionisten heute einig sind, nicht nur in ihren Anschauungen über die formelle Erledigung der jetzigen Situation, sondern auch einig in ihren prinzipiellen Anschauungen über den Stand der Bewegung. Wir erinnern uns genau, in welch mißlichen Verhältnissen der letzte Kongreß geschlossen und das A. C. wieder bei seiner Macht behalten wurde. Fürwahr, diese Zustände waren nicht geeignet, sehr viel Ersprießliches für die Bewegung zu leisten, und wir sind auch mit so manchem, was geleistet und vielleicht noch mehr, was nicht geleistet wurde, nicht ganz zufrieden. Wir sind damit unzufrieden, daß zu wenig Rücksicht darauf genommen wurde, die öffentliche Meinung in der Türkei über unsere Tendenzen aufzuklären; wir sind nicht ganz damit zufrieden, daß die Judenheit in Palästina noch nicht ganz für die zionistischen Tendenzen gewonnen ist, allein eben mit Rücksicht auf die Umstände, die nicht geeignet waren, sehr tatenreich für die Bewegung zu wirken, wollen wir es mit Genugtuung anerkennen, daß seit zwei Jahren der Weg der Besserung angebahnt wurde, und wir wollen hoffen, daß dieser Weg, der der einzig richtige ist, derjenige sein wird, von dem die künftige Leitung in ihren Taten und in ihren Leistungen sich wird leiten lassen. Wir verlangen von der künftigen Leitung, daß sie darauf achte, die Mittel zu finden, um doch die maßgebenden ottomanischen Kreise für uns zu gewinnen oder wenigstens genau über unsere Bewegung und deren Ziele aufzuklären und tadeln es eben, daß die gegenwärtige Leitung dies nicht getan hat. Dieser Weg muß gefunden werden, und solange noch in der Türkei für uns taube Ohren und Unverständnis und Mißtrauen uns gegenüber herrscht, solange noch nicht die diplomatischen Formen gefunden werden können, auf Grund deren diese Kreise für uns gewonnen werden könnten, solange behaupte ich, wenn es auch paradox klingen mag, daß der Weg, das Mißtrauen der Türkei gegen unsere Arbeit in Palästina zu verscheuchen, nur der ist, durch unsere Arbeit in Palästina zu beweisen, daß dieses Mißtrauen unbegründet ist. Und dieses Mißtrauen kann nur durch unsere Arbeit verscheucht werden, denn jede Tat in Palästina ist nicht nur eine Tat für uns, sondern auch ein Argument

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