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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 67

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 67 (sequence 67)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476274--3612-3479754
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— 67 — Ich wurde nach Erscheinen meines Buches von zionistischer Seite deshalb sehr stark angegriffen, weil ich zu einer pessimistischen, Beurteilung der Chancen des Zionismus gekommen bin. Es ist dies eine Sache von ungeheurer Wichtigkeit und ungeheurer Tragweite. Meine verehrten Damen und Herren! Ich halte das Urteil, zu dem ich midi damals gezwungen gesehen habe, auch heute noch aufrecht, und wenn ich es tue, so sehe ich mich gerade jetzt dazu gezwungen, auch die Gründe hierfür in kurzen Worten wenigstens anzugeben. Ich sehe mich dazu gezwungen, weil ich glaube, daß trotz des absolut genommen ungeheuren Wachstums unserer Idee und der Kräfte, die sie in ihren Dienst gestellt hat, sie relativ genommen noch viel zu schwach ist, als daß sie, an der Größe der ungeheuren Aufgabe gemessen, wirklich das Resultat herbeiführen könnte, das notwendig wäre. Wenn ich mich gezwungen gesehen habe, die Ursachen dafür zu suchen, so kommen wir damit auf jene Grundlage, die vielleicht der wichtigste Punkt ist, um zwar nicht an dem bisherigen System, wohl aber an dem Zionismus, wie er überhaupt in seiner theoretischen Fundierung gegenwärtig vorliegt, Kritik üben zu können. Ich glaube, neben der Organisationsfrage, die ja wirklich ungeheuer wichtig ist, ist ebenso wichtig die ideelle Grundlage. Und an diesem Fundament, an diesem Traggerüst sind, meine ich, manche Tragbalken, die ihre Tragfähigkeit bereits eingebüßt haben, und es wäre ganz gut dieses theoretische Fundament einer theoretischen, Untersuchung z!u unterziehen. Nur einen Punkt z. B. aus dem ganzen Konvolut herausgenommen, glaube ich nicht, daß unsere bisherige Methode, die Menschheit bzw. die Judenheit in zwei Lager zu teilen, nämlich in Zionisten und Assimilanten. wie in gute und böse Menschen, die richtige ist. Ich glaube vielmehr, daß die Scheidung bisher einen ungeheuren Schaden herbeigeführt hat. (Zustimmung.) Ich halte mich mehr an das sokratische Prinzip, daß es nicht gute und böse Menschen, sondern verstehende und nichtverstehende Menschen gibt, wenn man von den bewußt schlechten Kreaturen absieht. Wenn wir weiter kommen -wollen, dürfen wir nicht immer eine Polemik zwischen den zwei Lagern haben und wir können dies erreichen, ohne dadurch auch nur ein 'Pünktchen von unserem Standpunkte abzugehen, indem wir unsere Idee vertiefen. Wir kommen durch die Vertiefung unserer Idee auf eine Grundlage, die allen Lagern innerhalb des Judentums gemeinsam ist. Wir müssen nicht immer in die Breite, sondern auch manchmal in die Tiefe gehen (Lebh. Zustimmung.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Herr Dr. Zo lisch an, ich glaube, Sie wollten einen kurzen Bericht über den Rassenkongreß geben. 5*

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