Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 62)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476274--3607-3479749- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 62 — würde Ihnen daher empfehlen, dem Permanenz-Ausschusse den Auftrag zu erteilen, er möge bei seinem nächsten Zusammentritte schleunigst eine Kommission bestellen, welche die Frage der finanziellen Sicherstellung unserer Bewegung zu beraten hätte, damit wir, wenn wir die Finanzfrage hier im Plenum anschneiden, bereits Vorschläge praktischer Art vorfinden. Wenn eine derartige Kommission — was mir im Augenblicke nicht gegenwärtig ist — bereits besteht, so soll sie sich mit der neu zu schaffenden in Verbindung setzen und auf Grund der vorhandenen Basis weiterarbeiten. Sie aber bitte ich, dem Permanenz-Ausschusse diesen Auftrag sofort zu erteilen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Dr. P i n k u s stellt den Antrag, daß die Permanenz-Kommission beauftragt werde, in ihrer ersten Tagung sich mit der Zusammensetzung eines Finanzausschusses zu beschäftigen. Ich glaube, der Kongreß wird hiermit einverstanden sein. (Zustimmung.) Es hat nun das Wort Her Kaplan zu einem Antrage. Del. Kaplan (spricht Jargon). Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Kaplan wiederholt einen früher gestellten Antrag mit der Motivierung, daß er glaubt, daß der Gegenstand jetzt schon einigermaßen erschöpft sei. Er beantragt daher, die Redezeit der künftigen Redner zu beschränken und beantragt ferner Schluß der Rednerliste. Gestatten Sie, daß ich die Rednerliste zur Verlesung bringe. Es haben sich noch zum Wort gemeldet die Herren: Dr. Nacht, Dr. Reich, Dr. Osias Thon, Rabinersohn, Laster aus Kanada, Dr. Siegmund Werner, Dr. Rappaport, Barth, Kaplanski, Dr. Motzkin, Dr. Weizmann, Dr. Jakob Thon, Dr. Pasmanik und Prof. Dr. Warburg. Es wird das Wort gegen den Antrag gewünscht. Ich erteile zunächst Herrn Möller als Gegenredner das Wort, dann schreiten wir zur Abstimmung. Del. Möller: Geehrter Kongreß! Nachdem nur wenige Redner zum Generalbericht gesprochen haben, ist es noch nicht an der Zeit, die Rednerliste zu schließen. Mit dem Antrage auf Einschränkung der Redezeit auf zehn Minuten kann ich mich einverstanden erklären; aber man kann nicht wissen, was in der Debatte über den Generalbericht noch vorgetragen wird und ob nicht einzelne Landsmannschaften oder Föderationen zu dem, was in der Debatte vorgebracht wird, zumal auch einzelne Fragen, wie die Kulturfrage, angeschnitten worden sind, noch etwas zu sagen haben werden. Ich erkläre es daher für eine Vergewaltigung, wenn man die Rednerliste schließt, während die Herren, die jetzt auf der Rednerliste stehen, sagen können, was sie wollen, und den Minoritäten die Gelegenheit genommen wird, ihre Stellungnahme hier kundzugeben. (Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich lasse jetzt abstimmen. Es liegen zwei Anträge vor. Ich werde über den weitergehenden Antrag zuerst abstimmen lassen, nämlich auf Schluß der Rednerliste. Wenn dieser Antrag angenommen oder abgelehnt ist, werde ich über die Beschränkung der Redezeit auf zehn Minuten abstimmen lassen. Der eine Antrag hat mit dem anderen gar nichts zu tun. (Unruhe.) Ich bitte jetzt um Ruhe. Wer für Schluß der Rednerliste ist, möge die Hand erheben. (Ge-. schieht.) Ich bitte die Mittelgänge freizustellen und sich zu setzen, damit die Schriftführer die Stimmen zählen können. Wenn die Gänge nicht frei sind, kann ein bestimmtes Resultat nicht festgestellt werden. Ich bitte nunmehr um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag auf Schluß der Rednerliste ist a n g e n o m m e n. (Beifall.) Es kommt jetzt der Antrag, betreffend die Beschränkung der Redezeit auf zehn Minuten zur Abstimmung. Wer für die Beschränkung der Redezeit auf zehn Minuten ist — selbstverständlich nur für die Debatte —, den bitte