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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 61

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 61 (sequence 61)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 61 - Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es ist große Unruhe im Saale und Herr Dr. R a v e n n a beherrscht die deutsche Sprache nicht so gut, um die Unruhe zu übertönen. Ich bitte also um striktestes Silentium für den Redner. Die Erklärung, die Herr Dr. 'Ravenna abzugeben beabsichtigt, ist von allgemeiner Wichtigkeit. Del. Dr. Feiice Ravenna (fortfahrend): Im vorigen Jahre stand in italienischen Zeitungen die Nachricht, daß türkische Preßorgane ausdrücklich zu dem Zwecke von den'Zionisten subventioniert werden, um einen systematischen Kampf gegen Italien und die italienischen Interessen in der Türkei zu führen. Diese Meldung hat unter den Zionisten in Italien ein um so größeres Aufsehen gemacht, als wir nicht vergessen, wie groß die Sympathien waren, welche die zionistische Bewegung und ihr großer Führer bei der italienischen Regierung stets gefunden haben. Ich erlaube mir im Namen der italienischen Zionisten und sicherlich im Namen der allgemeinen Interessen des Zionismus den Wunsch auszusprechen, daß von der Kongreßtribüne aus offiziell und feierlich diese falsche Meldung dementiert werde und daß die Leitung unserer Bewegung in bestimmtester Weise erkläre, der Zionismus habe niemals eine feindselige Stellung gegen Italien oder die italienische Regierung eingenommen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort hat Herr Präsident Wolf f söhn. Präsident Wolffsohn (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt) : Geehrter Kongreß! Herr Dr. Ravenna fragte, ob wir Zionisten, ob der offizielle Zionismus sich feindselig gegen Italien und seine Regierung stelle. (Heiterkeit.) Sie lachen mit Recht, meine Herren. Denn nicht nur, daß wir nicht feindselig gegenüber Italien und seiner Regierung und seinem König sind: wir haben alle Ursache, die größten Sympathien für Italien zu haben. (Lebh. Beifall.) Wir können nur wünschen, daß alle Juden in allen anderen Ländern so behandelt werden wie unsere Brüder in Italien. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Wir könnten nur wünschen, daß alle Fürsten der Erde so denken würden und so handeln würden wie der König von Italien. (Erneuter stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Von unserer Seite, wenn wir uns über Italien äußern, können es nur Kundgebungen der Sympathie sein; und wenn eine Zeitung in Konstantinopel, die auch für uns freundliche Artikel geschrieben hat, Artikel gegen die italienische Regierung schrieb, so können wir es nur bedauern, aber wir sind gar nicht in der Lage, an dieser Sache etwas zu ändern. Von unserer Seite, Signore Ravenna, wird niemals irgend etwas Feindseliges gegen Italien ausgehen. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr. * Nordau (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Ich möchte der Erklärung unseres Präsidenten bloß ein Wort hinzufügen. Die Beschwerde des Herrn Dr. Ravenna zeigt mir, daß heute vormittag meine Aufzählung der Fälle von Brunnenvergiftung, die unsere Feinde gegen uns ausgeführt haben, sehr unvollständig gewesen ist. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Zur Stellung eines Antrages hat Herr Dr. Pinkus das Wort. Del. Dr. Pinkus: Geehrter Kongreß! Ich habe die Ehre, Ihnen folgenden Antrag zur Beschlußfassung zu unterbreiten: Eine der wichtigsten Fragen, welche der Kongreß zu behandeln hat, ist die Finanzfrage. Ich weiß nicht, wann der Kongreß zur Behandlung dieser Frage kommen wird, heute sicherlich nicht, wahrscheinlich morgen auch noch nicht und ich

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