Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 56)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 56 — fürchte, Sie gehen über den Rahmen der Generaldebatte über den Bericht des Vorsitzenden des A. C. hinaus. (Beifall und Händeklatschen. — Widerspruch.) Ich höre mit großem Interesse Friedensschalmeien, aber ich bitte dennoch, sich jetzt strenge an den Gegenstand der Debatte zu halten. Del. Dr. Samuel Daiches: In Erwiderung darauf sage ich, daß in diesem Berichte auf Seite 32 des Jaffaer Gymnasiums Erwähnung getan wird und auf Seite 27 das Gymnasium zu Jerusalem. (Lebhafter Beifall.) Meine Damen und Herren! Ich bin der Allerletzte, der über Kulturinstitutionen irgendwie bitter sprechen würde, und ich erkläre auch jetzt, daß ich keine Person angreife, überhaupt nichts angreife, sondern nur sagen will, wie in den jüdischen Kulturinstitutionen im jüdischen Lande die Dinge eigentlich bestellt sein sollten. (Beifall und Händeklatschen.) Wir verlangen hier, daß die zukünftige Leitung uns auf dem nächsten Kongresse über die Tätigkeit der Schulen in Palästina einen Bericht vorlege. (Beifall.) Meine Damen und Herren! Ich habe es für meine Pflicht gehalten, über diese zwei Punkte, — beachten Sie wohl — über die Aufklärung der türkischen Massen und über die Komposition der jüdischen Schulen hier zu sprechen, weil das jetzt unsere Hauptaufgabe, unsere Lebensarbeit ist. Ich kehre nun zu dem Anfange meiner Ausführungen zurück und sage, daß wir hoffen, ernst hoffen und beten, daß dieser Kongreß der Friedenskongreß sei, der Kongreß, auf dem wir uns alle wieder zu einem Bunde zusammenschließen, um weiter fortzuarbeiten als ein einig Volk für ein einig Land, als ein Teil der Menschheit, der am besten für das Wohl der gesamten Menschheit arbeiten kann. (Lebhafter anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich habe einige geschäftliche Mitteilungen zu machen: Der Permanenz-Ausschuß wird sich morgen 9 Uhr früh pünktlich im großen Zimmer, in dem wir gewöhnlich tagen, versammeln. Es sind viele hundert Begrüßungen eingelaufen und es war unmöglich, heute bereits eine Liste dieser Begrüßungen zusammenzustellen. Die Liste wird morgen zur Verlesung gelangen. Ich erteile nunmehr das Wort Herrn Delegierten Rechtsanwalt Dr. H a n t k e. Del. Dr. Hantke (mit Beifall und Händeklatschen begrüßt): Geehrter Kongreß! Diese Generaldebatte trägt einen anderen Charakter als die Generaldebatten der früheren Kongresse. Die Gründe hierfür sind klar und Sie werden sicher damit einverstanden sein, wenn auch ich hier nicht die Gelegenheit wahrnehme, Kritik zu üben oder das zu verteidigen, was gewesen ist, sondern wenn ich ebenso wie es insbesondere Herr Böhm getan hat, mich mehr mit dem beschäftigen werde, was kommen wird, oder, sagen wir besser, was kommen sollte. Und da ist es auch bei dieser Gelegenheit und von dieser Tribüne aus nicht überflüssig, wenn wir uns vergegenwärtigen, was eigentlich die Aufgaben der Leitung in der nächsten Zeit sein werden. Es ist notwendig, daß wir von Zeit zu Zeit — und dazu sind ja die Kongresse geschaffen worden — nicht nur historische Rückblicke werfen, sondern uns systematisch vor Augen führen, worin das Tätigkeitsgebiet unserer Parteileitung zu bestehen hat. Wir haben uns alle zu der Ansicht durchgerungen, daß es neben dem niemals zu verändernden Baseler Programm für jede Kongreßperiode ein Arbeitsprogramm geben muß, das sich im Laufe der Zeit ändert, das aber existieren muß, wenn anders die Leitung nicht durch Zufälle sich tragen lassen soll. Die vornehmste Arbeit der Parteileitung ist — das ist ja selbstverständlich — die politische Seite ihrer Tätigkeit. Dr. H e r z 1 hat dies von Anfang an gefühlt und deswegen diese Aufgabe für sich selbst reserviert. Heute aber ist es nicht mehr möglich — und wenn wir eine noch so