Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 53)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 53 - auch Sachverständige umfaßt, hier gewählt werde. (Zwischenrufe.) Ich bitte mich nicht zu unterbrechen. Herr Dr. P a s m a n i k hat den Antrag gestellt, eine Palästina- Kommission zu wählen. Diese Kommission soll sich mit allen praktischen Fragen der Palästina-Arbeit beschäftigen, weil es unmöglich ist, daß diese Fragen im Kongreß erörtert werden. Sie würden die Zeit des Kongresses übermäßig in Anspruch nehmen und wir könnten sie schließlich doch nicht zu Ende führen. Herr Dr. Pasmanik wünscht nun, daß diese Kommission jetzt hier gewählt wird. Ich bitte Sie aber, meine Damen und Herren, dies nicht zu tun. Wenn der Permanenz-Ausschuß mit Arbeiten überlastet ist, so gilt doch dasselbe auch vom .Kongreß, und wir werden viel leichter im Permanenz-Ausschuß, der berufen ist, die Kommissionen zusammenzustellen, eine sachliche Erledigung dieser Frage zuwege bringen, als hier im Kongresse. Es ist auch nicht richtig, daß der Permanenz-Ausschuß erklärt hat, daß er hierzu nicht imstande sei. Im Gegenteil; die Vorsitzenden des Permanenz-Ausschusses sind darüber einig, daß es sehr wohl möglich ist, daß schon morgen früh eine solche Kommission auf Vorschlag des Permanenz-Ausschusses im Kongreß gewählt wird. Ich bitte Sie also, diese Liste dem Permanenz-Ausschuß zu übergeben, und ich hoffe, daß dagegen kein Widerspruch erhoben wird. Del. Dr. Pasmanik: Herr Präsident, unter einer Bedingung, daß der Permanenz-Ausschuß verpflichtet sein soll, morgen früh diese Liste vorzulegen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Bis morgen mittag wird die Kommission zusammengesetzt sein. Es hat nun das Wort zur Geschäftsordnung Mr. B e n t w i c h. Del. Herbert Bentwich: Ich möchte nur beantragen, da wir nicht viele Tage für unsere Arbeit zur Verfügung haben, daß die Redezeit beschränkt wird, und zwar auf zehn Minuten, damit wir keine Reden von einer Stunde oder noch länger zu hören bekommen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es ist der Antrag gestellt worden, die Redezeit — selbstverständlich gilt das nur für die Diskussionsredner, nicht für die Referenten — auf zehn Minuten zu beschränken. Ich lasse den Kongreß darüber abstimmen. (Del. Schachtel meldet sich zum Wort.) Herr Schachtel wünscht das Wort dagegen. Ich gebe also einem Redner dagegen das Wort, dann schreiten wir zur Abstimmung. Del. Schachtel: Meine Damen und Herren! ich halte es für ganz selbstverständlich, daß der Antrag Bentwich möglichst einstimmig abgelehnt wird. Ich halte es;für ganz unerhört, daß, nachdem die Debatte erst begonnen und bloß ein Redner gesprochen hat, die Redezeit schon beschränkt wird. (Beifall und Händeklatschen. — Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich lasse zunächst prinzipiell über die Beschränkung der Redezeit abstimmen. Wer für die Beschränkung der Redezeit ist, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte, die Mittelgänge freizuhalten. Ich ersuche die Schriftführer links die linke Seite, die Schriftführer rechts die rechte Seite und die in der Mitte die mittleren Reihen zu zählen. Ich bitte die Delegierten, die Plätze einzunehmen, sonst ist eine Abzählung nicht möglich. (Nach erfolgter Abzählung.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt. (Beifall.) Wir fahren in der Diskussion fort. Das Wort hat Herr Dr. Samuel D a i c h e s.