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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 52

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 52 (sequence 52)
Language
German, English, Hebrew
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- 52 - begreifen; die große Idee sei nicht mehr das, was sie bei Herzi war. Das ist auch etwas, was ich ablehne und in dem von mir geäußerten Sinne richtiggestellt haben möchte. Ich komme nun zu der Frage der Palästina-Arbeit und zwar ganz prinzipiell und schematisch. (Unruhe.) Präsident Dr. Nordau: Ich bitte den geehrten Kongreß um Ruhe! Del. Adolf Böhm (fortfahrend): Ich wiederhole, daß wir es waren, welche die praktische Palästina-Arbeit durchgesetzt haben. Aber auch hier ist man auf einem unrichtigen prinzipiellen Standpunkt. Es ist wahr,, daß jede Kolonie, jede einzelne Tat in Palästina von ungeheuerstem Werte ist, und wir sind die letzten, die das nicht zugeben; aber auch in Palästina hängt unsere Zukunft von dem Geiste ab, der unser Volk beseelt, von nichts anderm, von gar keinen Schwierigkeiten, von gar nichts sonst. Es handelt sich darum, daß unser Volk in Palästina kulturell und sozial neuschöpferisch werde und das kann wieder nur eine geistige und moralische Macht. Und gerade jetzt, wo Siedlungs-Genossenschaften in Aphule und Kinereth aufgerichtet wurden, nach einem Systeme, in welchem meiner Ansicht nach die Zukunft unserer Kolonisation liegt, sehen Sie ganz klar, daß das Gelingen im letzten Ende nur von dem Geiste abhängt, welcher die Arbeiterschaft beseelt und von nichts anderem. Man hat heute früh gesagt, daß wir zur Einheit zurück müssen. Ich bin vollkommen damit einverstanden und wollte durch meine kurzen Ausführungen nur sagen, daß wir heute zweierlei Zionismen haben; — „heute" ist übrigens schlecht ausgedrückt. Wer die Geschichte des Zionismus kennt, der weiß, daß dieser Gegensatz ein alter ist. Man hat frühei von „Judenstaatlern" und „Chowewe-Zionisten" gesprochen. Man unterscheidet heute anders — die Worte sind ja Schall und Rauch — aber der Zionismus ist zusammengesetzt aus diesen beiden Bewegungen, ist eine Integrierung dieser beiden Faktoren. Wenn wir zur Einheit wollen, so kann sie nie dadurch geschaffen werden, daß der eine Teil alles ausschaltet, was dem andern Teile nicht genehm ist und so eine ganz verwässerte Basis für den allgemeinen Zionismus geschaffen wird. Die Einheit, die wir anstreben, ist nichts anderes und kann nichts anderes sein, als eine höhere Synthese beider vollberechtigter Ideen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort hat zur Stellung eines Antrages Herr Dr. P a s m a n i k. Del. Dr. Pasmanik: Hoher Kongreß! Damit der Kongreß selbst hier praktische Arbeit leiste, habe ich in meinem und in meiner Freunde Namen Ihnen folgenden Antrag zu stellen: Es werde sofort eine 33gliedrige Kommission eingesetzt, die über alle Fragen der Palästina-Arbeit zu beraten und dem Kongresse eventuell Resolutionen zu unterbreiten hat. Die Kommision soll bestehen aus den Mitgliedern des E. A. C, dem Herrn Präsidenten und den Herren Vizepräsidenten, sowie aus den Delegierten, die in Palästina gelebt haben — vor allem Herrn S c h e i n k i n und Herrn B e n - Z w i — dann denjenigen Herren, die längere Zeit in der Türkei gelebt haben, den Herren Dr. Jacobson, Florentin und A r d i t i. Ich mache Ihnen hierbei aber folgenden Vorschlag: Die Liste soll nicht dem Permanenz-Ausschuß übergeben werden, weil, wie man mir erklärt hat, dieser so sehr mit Arbeiten überhäuft ist, daß er erst in ein bis zwei Tagen zu einem Beschlüsse kommen könnte, diese Kommission aber, wenn sie arbeiten soll, wirklich mit der Zeit beschränkt ist. Ich bitte daher den Herrn Präsidenten, diese Liste sofort hier zur Abstimmung bringen zu wollen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich glaube, es ist kaum ein Widerspruch dagegen, daß eine Palästina-Kommission und zwar eine große, welche

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