Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 45)
- Language
- German, English, Hebrew
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in nicht zu ferner Zeit für die wichtigsten Bedürfnisse Palästinas in wirtschaftlicher und geistiger Beziehung die nötigen Grundlagen geschaffen zu haben. Aber auch der Einfluß unserer Arbeit auf die Beteiligung des privaten Kapitals wohlhabender Gesinnungsgenossen ist schon deutlich erkennbar. Manch einer hat in den genannten Unternehmungen recht erhebliche Summen investiert oder dafür gespendet, wie z. B. die amerikanischen Mäcene der Versuchsstation oder des vom Hilfsverein der Deutschen Juden gegründeten Technikums, sowie die Moskauer Herren, die den Erwerb des schönen Landgutes Medjdel am Tiberiassee ermöglicht haben. Ferner sind Fabriken für Oelpressung, Seifenfabrikation, Maschinenbau, Zementsteine usw. von Privatleuten ins Leben gerufen worden. Aber auch sonst haben sich durch große Spenden manche Gesinnungsgenossen verdient gemacht, ich erinnere z. B. — ohne auf Vollständigkeit Anspruch machen zu wollen — an die Unterstützung eines Musikkonservatoriums und die Begründung einer Handwerkerschule in Jaffa durch Herrn Rabinerson in Kiew, an die Ermöglichung des Hausbaues des hebräischen Gymnasiums in Jaffa durch Lordmayor Moser in Bradford sowie die Spende des Herrn Ephraimsohn in Bradford für dasselbe. Für Arbeiterwohnungen hat außer Herrn David Wolffsohn noch Herr Halperin aus Kiew beträchtliche Summen zur Verfügung gestellt, die Gelder für die Erforschung des toten Meeres (hat Herr Hermann Tietz in Berlin zur Verfügung gestellt. Noch manche andere Spenden sind in Vorbereitung, und wenn auch die bekannte Freigebigkeit unserer Volksgenossen sich bisher unserm alten Lande leider nur in sehr schwachem Maße zugewandt hat, abgesehen natürlich von Sir Moses Montefiore und Baron Edmund von Rothschild, so lassen sich doch in neuester Zeit merkliche Fortschritte erkennen. Es wird wohl noch geraume Zeit verstreichen, bis wir in dieser Beziehung das Beispiel der in der Diaspora lebenden Griechen für ihr Stammland nachgeahmt und eingeholt haben werden, aber man beginnt doch schon in unsern wohlhabenderen Kreisen mehr und mehr die moralische Verpflichtung zu fühlen, 'wenigstens einen Teil seines Ueberflusses dem Lande der Väter zuzuwenden. Schreiten wir auf dem bisher begangenen Wege ruhig weiter! Wir können sicher sein, daß dereinst das ehemals so schöne, später dann verwüstete und verlassene, jetzt aber durch unsere Arbeit wieder in aufsteigender Entwicklung begriffene Erez Israel sich zu einem Juwel in der Krone der vielen schönen Länder des ottomanischen Reiches entwickeln wird. Wir brauchen nicht zu zweifeln, daß diese Arbeit, die übrigens schon ihren Lohn in sich selbst trägt, auch1 seitens des ottomanischen Staates dankbare Anerkennung finden wird, denn die Regierung muß und wird zu der Erkenntnis «gelangen, daß wir nicht nur das Land reich und zufrieden gemacht haben