Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 44)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 44 — Unter den in den letzten vier Jahren begründeten Institutionen ist die Palestine Land Development Co., unser Parzellierungsinstitut, bei iweitem das wichtigste. Wenn erst seine Bedeutung von allen erkannt sein wird, und durch eine rege Beteiligung das erst zu einem Viertel vorhandene Kapital dieser .Gesellschaft auf die wünschenswerte volle Summe von 50 000 £ gebracht sein wird, dann wird sidi auch der eminente Nutzen dieser Institution schnell in vollem Maße zeigen. Schon jetzt hat diese Gesellschaft die Parzellierungstätigkeit praktisch aufgenommen, indem sie im Begriffe ist, in .geschäftsmäßiger Weise eine große neue Kolonie zu gründen, und außerdem hat sie die schon im Jahre 1902 geforderte Lehrfarm in Form der Bewirtschaftung eines schönen großen Gutes ins Leben übergeführt. Weitere Ergebnisse dieser Periode sind die eng mit dem Nationalfojids liierte Siedlungsgesellschaft Erez Israel, welche das auch in allgemein menschlicher Beziehung hochwichtige sozialwirtschaftliche Problem leines genossenschaftlich geleiteten Gutes praktisch zu erproben bestimmt ist, ferner die Immobiliengesellschaft Palästina, welche die städtische Parzellierung mit großem Erfolg betreibt, die Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation bei Haifa durch amerikanische Philantropen, sovfae die Errichtung der Land- und Plantagengesellschaft 'Tiber ia, welche den ersten Zusammenschluß größerer, meist russischer Kapitalisten zur intensiven Bewirtschaftung eines Gutes in Palästina darstellt. Schließlich sind noch zwei in dieser Periode gegründete Vereine zu erwähnen, nämlich der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, der sich mit Eifer und Geschick den städtischen und ländlichen Erwerbsfragen des weiblichen Geschlechts in Palästina zuwendet und daneben die Gesundheitspflege daselbst zu fördern unternommen hat, und als neueste Errungenschaft die Gesellschaft für Palästinaforschung, die endlich einmal dem beschämenden Zustande ein Ende gemacht hat, daß in wissenschaftlicher Beziehung von jüdischer Seite aus nichts getan wird, um das Land unserer Väter zu erforschen. Schon in diesem Herbst soll die erste Expedition herausgehen, um das tote Meer mit den neuesten Methoden moderner Wissenschaft zu untersuchen. Ueber alle diese erwähnten Institutionen und Unternehmungen finden Sie ausführliche Angaberj in dem vorliegenden Bericht des Actions-Comites, und wenn es möglich gewesen ist, nach einer Arbeit von so wenigen Jahren schon einen so stattlichen Bericht herauszugeben, so spricht allein diese Tatsache besser als alle sonstigen Ausführungen für das sieghafte Vordringen der systematisCh-evolutionistischen Palästinaarbeit unserer Bewegung. Was noch fehlt, sind größtenteils Institutionen kultureller Natur, und auch davon sind mehrere in Bearbeitung, wie z. B. die Nationalbibliothek, das Nationalmuseum und das hygienische Institut. Wir dürfen also wohl hoffen,