Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 41)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 41 - von Palästina (natürlich, worüber Herr Prof. Warburg berichten wird, zu Ende. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. B. Goldberg (zur Geschäftsordnung): Im Interesse des Systems unserer Beratungen wäre es gelegen, daß man die Besprechung des Berichtes des Actions-Comites von der Besprechung des Berichtes des Palästina- Ressorts trennt; denn sonst werden alle Fragen durcheinander behandelt werden und man wird kein klares Bild erhalten können. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Wie mir bekannt ist, hat das Actions-Comite die Meinung ausgedrückt, daß im Anschluß an den Bericht des Herrn Wolffsohn Herr Prof. Warburg seinen Bericht erstatten soll, der einen inhärenten Teil des Berichtes des E. A. C. bildet, und im Anschlüsse daran soll sich die Generaldebatte entfalten. Ich bitte es also dabei zu belassen. Ich erteile nunmehr Herrn Prof. W a r b u r g das Wort. Prof. Warburg (mit stürmischem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Hoher Kongreß; zu Beginn des X. zionistischen Kongresses ist es wohl am Platze, die Entwicklung der Arbeit unserer Organisation in Palästina bis zum heutigen Tage sich kurz ins Gedächtnis zu rufen. Schon auf dem ersten Kongreß stand, was vielfach vergessen ist, die Palästinaarbeit zur Debatte und erlangte sogar, wenigstens in theoretischer Beziehung, eine hervorragende Bedeutung. Von den Mitteln zur Erreichung der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina wurde nämlich an die erste Stelle gesetzt: „Die zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden." Nicht ohne Grund wurde hierbei dem Ackerbau die erste Stelle, dem Handwerk die zweite eingeräumt. Auch wählte schon der erste Kongreß eine „Kommission für praktische Kolonisation" — von der man freilich nie wieder etwas gehört hat. Auf dem zweiten Kongreß wurde sogar eine „Kommission für Ueberwachung und Leitung der Kolonisationsangelegenheiten" gewählt, ja man bewilligte ihr die für die Administrationsausgaben nötigen Mittel, was aber nicht verhinderte, daß auch diese Kommission so gut wie gar nichts zu erreichen vermochte. Der dritte Kongreß wählte abermals ein Kolonisationskomite, das sogar in Palästina ein Bureau einrichten sollte, auch faßte man schon den Beschluß, daß die neu errichtete Bank „gut situierten Kolonisten billigen Hypothekarkredit gewähren solle", freilich nur, „soweit die Kräfte reichen". Da aber die Kräfte der Bank offenbar micht so weit reichten, und andere Mittel nicht vorhanden waren, so unterblieb wieder jede wirkliche Arbeit, und man konnte auf dem folgenden Kongreß nur von „Fühlungnahme mit andern ähnliche Zwecke verfolgenden Vereinen" berichten. Mußte sich dieser vierte Kongreß noch mit allgemeinen Erörterungen über die Palästinaarbeit begnügen, so erhoffte man i