Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 40)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 40 - oder ausgeführt werden, und ich sehe leider meine Ansichten durch die negativen Resultate bestätigt. In der Organisation herrschen Auffassungen, mit denen ich mich nichl befreunden kann. Wir Juden sind immer zur Kritik geneigt, und das hat seine gute Seite, solange nicht die Disziplin darunter leidet. Ich meine nicht die formale und erzwungene Disziplin, sondern die freie und freudige Unterordnung und Einordnung in das Ganze. Die vereinzelten Fälle, die bei uns vorgekommen sind, daß Zionisten versucht haben, die Ehre und das Ansehen der eigenen Gesinnungsgenossen anzugreifen, lasse ich1 dabei ganz außer Spiel. So etwas kommt überall vor, und es ist damit wahrscheinlich bei uns nicht schlimmer als bei anderen. Was ich aber meine, sind die sich immer wiederholenden »Verstöße gegen die ersten Grundgesetze einer kräftigen und wohlgeordneten Organisation. Jeder Zionist soll in jedem Jahre den Schekel zahlen. Wie viele Zionisten gibt es, die das regelmäßig tun? Jedes Landeskomite soll in jedem Jahre mit gleichem Eifer den Schekel .sammeln. Wie viele Landeskomites genügen dieser Pflicht? Jeder Zionist soll' sich in organisatorischen Dingen nach den Anordnungen seines Landeskomites richten! Wo ist das Landeskomite, das sich noch nicht zu wiederholten Malen über das eigenmächtige Vorgehen einzelner Mitglieder oder ganzer Gruppen zu beklagen gehabt hat? Die Gesamtorganisation wählt sich durch ihre Vertretung eine Leitung. Wie oft und von Wie vielen Seiten und wie hartnäckig hat man nicht schon versucht, die Autorität dieser Leitung zu untergraben? Solange wir diese Auffassungen (zu überwinden nicht imstande sind, werden wir imfrier in unserer Arbeit gehemmt bleiben und wird jeder Schritt näher zum Ziele uns tausend unnötige Schwierigkeiten bereiten.. Möge dieser Kongreß den Anfangspunkt einer neuen Aera bilden; mögen seine Beratungen und deren Ergebnisse einen neuen frischen Geist in die Bewegung und in die Organisation hineintragen. Möge er uns eine Leitung schaffen, die kräftig und zielbewußt, getragen vom Vertrauen der ganzen Bewegung, uns weiterführt »auf dem Wege zu unserem Ziele. Dies ist mein innigster Wunsch. J. H. Kainin. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Unruhe.) Geehrter Kongreß! Herr Jakbbus Kann hat nicht etwa nur die letzten sechs Jahre im E. A. C. gearbeitet, er hat vom ersten Tage an, wo wir daran gedacht haben, unsere Bank zu gründen, immer an hervorragender Stelle pflichtgetreu mitgearbeitet, und ich habe es daher für richtig; gehalten, diesen Brief, den er an den Kongreß gesandt hat, selbst zu verlesen. Ich habe Ihnen diesen Brief übermittelt und somit bin ich mit der Einleitung der Debatte für unseren Bericht, mit Ausnahme