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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 42

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 42 (sequence 42)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476274--3587-3479729
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- 42 - um so mehr von (der jetzt bald in Aktion tretenden Bank und dem noch zu gründenden Nationalfonds. Die Idee, für Zwecke der Palästinaarbeit sich besondere Fonds zu verschaffen, scheint jedoch bis dahin kaum ernstlich erwogen worden zu sein. Der fünfte Kongreß, der vor jetzt 10 Jahren stattfand, legte endlich d ei n Grundstein zu unserer Tätigkeit in Palästina, und zwar durch Annahme des Antrages Ussischkin, der dahin ging, in Palästina eine Geschäftsstelle der Bank zu errichten, denn hieraus entwickelte sich die jetzt so wichtige Anglo Palestine- Co. Der Kolonisationsausschluß spielte hingegen auf diesem Kongreß dieselbe klägliche Rolle, wie die analogen Kommissionen auf den vorhergehenden. Die schüchtern und ohne Selbstvertrauen vorgetragenen Wünsche erstreckten sich auf nur 5000 Franken, und es gelang nicht einmal, auch nur diese wirklich bescheidene Summe bewilligt zu erhalten. Von der allergrößten Bedeutung für die Zukunft war hingegen der Beschluß, den Nationalfonds jetzt wirklich ins Leben zu rufen. So muß man denn den V. Kongreß als das Wiegenfest der Palästinaarbeit ansehen; sie feiert also heute die zehnjährige Wiederkehr ihres Geburtstages, wenngleich (noch mehrere Jahre vergehen sollten, bis sie die Wiege verließ und das Land ihrer Bestimmung aufzusuchen imstande war. Wenn man nun fragt, wie war es nur [möglich; daß eine Arbeit, die schon am ersten Kongreß als das wichtigste Mittel zur Erlangung des Endzieles des Zionismus erkannt worden war, erst nach so vielen Jahren, ich möchte sagen wiegenreif wurde, so findet man die Erklärung in dem ursprünglich rein politischen Charakter der Bewegung, der eine Belastung mit praktischen Aufgaben, die, einmal begonnen, nicht leicht (mehr einzustellen waren, mit Recht fürchten mußte. An dieser Sachlage änderte sich auch nichts, als vom dritten Kongreß an der diplomatische Zionismus allmählich immer mehr gegenüber dem aufkommenden Charterismus verblaßte. Zwar stand Herzl auch noch auf dem V. Kongreß auf dem Boden der Erstrebung eines Charters, wie die El Arisch-Expedition und die Uganda-Episode beweisen, aber es waren die letzten großen Anstrengungen nach dieser Richtung hin. Nur zu gut. erkannte er mit seinem Scharfblick, daß seine Gefolgschaft ungeduldig wurde und nun nicht länger warten wollte. Manche hatten schon das Schiff des Zionismus verlassen, andere hatten es, da ihnen die Erreichung Palästinas auf diesem iW,eg fraglich schien, überhaupt nicht betreten. Tat Herzl es aus Opportunismus oder ,haitte er selbst schon das unbedingte Vertrauen in die Erlangung eines Charters eingebüßt, idas mag dahingestellt bleiben, jedenfalls berief er im Jahre 1902 Dr. Franz Oppenheimer, Dr. Soskin und mich, also drei Anhänger der praktischen Kolonisation, nach Wien zu einer Sitzung des großen Actions-Comites, um sich Vorschläge für die praktische

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