Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 39 - Noch hat sich keine der vielen Unternehmungen von Professor Warburgkonsolidiert und schon kündigt er in der „Welt" (1911, Nr. 1) neue Gründungen an, für die er gar die zukünftigen Einnahmen der Oelbaumspende „verbuchen," will! Ich habe Herrn Professor Warburg wiederholt gewarnt wegen seiner Führung der Oelbaumspende, ich habe Inspektionen verlangt, aber es blieb alles beim alten. Seine Ideen mögen sehr schön sein, aber in der praktischen Durchführung liegt die Schwierigkeit. Bevor die zionistische Organisation sich mit denselben identifiziert, wird es unsere Pflicht sein, die Gewähr dafür zu verlangen, daß die Unternehmungen, für die Herr Professor Warburg verantwortlich ist, nach soliden kaufmännischen Grundsätzen sichergestellt und weitergeführt werden. Was nun unsere weitere Arbeit anbetrifft, so glaube ich, daß wir, was den praktischen Teil dieser Arbeit angeht, in erster Reihe werden bestrebt sein müssen, das, was wir haben, zu konsolidieren. Ich verstehe darunter, wie schon oben erwähnt, die Vereinigung des Palästinaressorts mit dem Zentralbureau. Ferner die Uebertragung der Geschäfte des J.C. T. auf die A. P. C.; die Verwaltung der Oelbaumspende durch den Jüdischen Nationalfonds; die Reorganisation der P. L. D. C. und des Bezalel. Bei unseren neuen Unternehmungen werden wir mit der Tatsache rechnen müssen, daß wir als zionistische Organisation dabei durchaus auf unsere eigenen Kräfte angewiesen sein werden und daß wir deshalb keine kostspieligen Experimente machen dürfen, die unsere Kräfte übersteigen. Bei meinen, längere Zeit fortgesetzten Bemühungen, das jüdische Großkapital in Paris, London und Berlin für unsere wirtschaftlichen Unternehmungen in Palästina heranzuziehen, stellte es sich, obwohl ich großzügige und fachmännisch begutachtete Projekte rentabler Unternehmungen auf dem Gebiete der Bewässerung, der elektrischen Anlagen, des Verkehrswesens usw. ausgearbeitet hatte und vorlegte, heraus, daß das nichtzionistische Kapital für unsere wirtschaftliche Arbeit noch kein Interesse zeigt. Danach müssen wir uns richten. An dieser zukünftigen Arbeit hoffe ich, als privater Zionist und in den Stellungen, die man mir anvertrauen wird, nach dem Maße meiner Kräfte mitzuwirken. Es würde mir aber unmöglich sein, in die neuzuschaffende Leitung einzutreten. Ich sehe dabei ganz davon ab, daß seihon mein Gesundheitszustand mich zwingt, mir größere Schonung als bisher aufzuerlegen. Ich habe aber die Erfahrung machen jnüssen, daß ich mit meinen Ansichten, vvon denen ich nicht abgehen kann, in der Minorität bleibe und daß meine Warnungen nicht genügend beachtet werden. Ich könnte unmöglich die Verantwortung weiter mittragen für eine Politik, die die meinige niCht ist und die ich mißbillige. Ich mißbillige die Ueberstürzung, mit der seit einigen Jahren neue Projekte vorbereitet