Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 37 - Geehrter Kongreß! Wir haben in diesem Jahre, wie Sie aus dem Ihnen vorliegenden Berichte ersehen können, unsere gesamte Tätigkeit schriftlich zusammengefaßt; denn es ist besser, wenn Sie den Bericht lesen, als daß mit langen Reden darüber die Zeit des Kongresses verbracht wird. Ich beabsichtige jetzt, nur einige einleitende Worte zum Bericht zu sagen, dann wird mein Kollege im E. A. C, Professor W a r b u r g, über die Palästinatätigkeit besonders berichten. Dr. R u p p i n, unser Vertreter in Palästina, ist verhindert, hier zu erscheinen, und was er noch zu sagen hätte, das wird Ihnen Professor War bürg ebenfalls mitteilen. Wir haben den Bericht so ausführlich!wie möglich gemacht, besonders auch die Tätigkeit des N. F. hineingenommen und wir glauben in jeder Beziehung vollständig gewesen zu sein, bis auf Rußland. Sie wissen ja, daß unsere Freunde in Rußland, besonders im letzten Jahre, Schwierigkeiten mit der Arbeit gehabt haben, und um diese Schwierigkeiten nicht zu vermehren, haben wir es für richtig gehalten, darüber vollständig zu schweigen. Hervorheben möchte ich aus dem Bericht nur, daß drei Landsmannschaften besonders günstig gearbeitet haben, die ich denn auch als Muster hinstellen möchte; leider gehören sie zu den kleineren: in erster Linie Südafrika, dann Kanada, wo wir diese glänzenden Resultate vornehmlich der Tätigkeit unseres Freundes Clarence de Sola zu verdanken haben (lebhafter Beifall), dessen Absicht es war, hierher zu kommen, der aber im letzten Augenblicke verhindert wurde, und drittens Belgien, das auch Vorzügliches geleistet hat. (Beifall.) Ich bitte, in dem Bericht nachzulesen, was die drei genannten Landsmannschaften geleistet haben, und Sie werden mir zugeben, daß sie es verdienen, besonders hervorgehoben zu werden. (Beifall.) Dann muß ich noch auf ausdrückliches Ersuchen meines Kollegen Jakobus Kann, der durch ärztliches Verbot verhindert ist, hier zu erscheinen, einen Brief verlesen, den er an den Kongreß gerichtet hat, weil er Wert darauf legt, seinen Standpunkt zum Ausdruck zu bringen und wenn er hier gewesen wäre, zu Beginn der Debatte selbst das Wort ergriffen hätte. (Liest): Haag, im August 1911. Geehrter Kongreß! Auf ärztlichen Rat werde ich den Beratungen des Kongresses dieses Mal nicht beiwohnen. Ich bedauere dies um so mehr, da ich dadurch nicht in der Lage bin, etwaige Anfragen an die Leitung, soweit dieselben meinen Anteil betreffen werden, persönlich zu beantworten. Ich sende dem Kongresse auf diesem Wege meine besten Grüße und spreche den Wunsch aus, daß seine Beratungen von brüderlichem Geiste getragen sein und seine Beschlüsse unserer Sache zum Heile gereichen mögen!