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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 36

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German, English, Hebrew
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— 36 — Landesorganisationen weiterhin einen gewissen Prozentsatz von den Schekolim abgezogen. Es sind dies Rußland, Südafrika, Bukowina und das innerösterreichische Distriktscomite. Der Legitimationsausschuß hat trotzdem die Mandate gutgeheißen, weil uns vom Centrai-Bureau mitgeteilt wurde, daß das E. A. C. den abgezogenen Prozentsatz als Schuld der Landesorganisation betrachtet, somit die rückständigen Beträge bloß als gestundet ansieht. Der Legitimationsausschuß hat ferner bei einer Föderation 2 und bei einer 1 Mandat im Einvernehmen mit den Vertretern der Landesorganisationen gestrichen, weil nicht die genügende Anzahl Schekolim vorlagen, um die Delegiertenzahl als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Wie bei jedem Kongresse, haben auch diesmal eine Anzahl Proteste gegen-die Wahlen dem Legitimationsausschuß vorgelegen. Als nicht genügend begründet hat der Legitimationsausschuß die Proteste aus Cairo und Lublin angesehen. Ebenso formell unbegründet erschien dem Legitimationsausschuß der Protest des Herrn Dr. Werner- Iglau gegen die Wahlen, die in Wien vorgenommen wurden. Der Protest könnte sich höchstens gegen die Wahlkreiseinteilung des innerösterr. Distriktscomites richten. Diese Frage zu entscheiden, liegt aber nicht im Bereiche des Legitimationsausschusses, ist vielmehr Sache der Landesorganisationen. Es fragt sich, ob im neuen Organisationsstatut nicht präzisere Bestimmungen festgelegt werden sollen. Solange solche Bestimmungen nicht .vorhanden sind, kann der Legitimationsausschuß auf solche Proteste natürlich nicht eingehen. Anders verhält es sich mit dem letzten uns vorgelegten Protest aus Manchester. Dort fand eine Schekelzahlerversammlung statt. Die Versammlung hat nach langer Debatte die Wahl vorgenommen, die Skrutatoren haben die Zettel eingesammelt und als die Wahlhandlung schon geschlossen und das Zählgeschäft schon im Gange war, meldeten sich noch zwei Herren, die wählen wollten. Dies gestattete mit Recht der Vorsitzende nicht. Die Versammlung zwang aber den Vorsitzenden, die zwei Zettel anzunehmen und es standen dadurch 23 zu 23 Stimmen. Hierauf fand am selben Abend nochmals eine Wahl statt, die zur Wahl des jetzigen Delegierten führte. Die English Zionist Tederation ordnete auf Protest der Minderheit eine Neuwahl an, die aber nicht stattfand. Der Legitimationsausschuß mißbilligt aufs schärfste das Vorgehen der Versammlung in Manchester, weil er auf dem Standpunkt steht, daß nach einer abgeschlossenen Wahl, während des Skrutiniums, keine Stimmzettel mehr abgegeben werden dürfen. Nur dem Umstände, daß darüber noch keinerlei klare gesetzlich festgelegte Bestimmungen vorhanden sind, fist es zuzuschreiben, daß wir dieses Mandat nicht kassiert haben. Im übrigen sind die Wahlen überall ordnungsgemäß vor sich gegangen und der Legitimationsausschuß beantragt, sämtliche vorgenommenen Wahlen zu genehmigen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Meine Damen und Herren! Der Legitimationsausschuß schlägt Ihnen vor, die stattgefundenen Wahlen im ganzen zu genehmigen. Wenn sich dagegen kein Widerspruch erhebt, so nehme ich an, daß der Kongreß mit diesem Vorschlage des Legitimationsausschusses einverstanden ist. (Nach einer Pause): Es ist kein Widerspruch, demnach sind sämtliche Wahlen als legitim zu betrachten. Ich erteile nunmehr das Wort unserm verehrten Präsidenten Herrn David Wolffsohn. Präsident Wolffsohn (von stürmischem Beifall und Händeklatschen begrüßt):

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