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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 30

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476274--3575-3479717
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— 30 — melden sich die Del. Dr. Mossinsohn und K a p 1 a n s k y. Herr Dr. Mossinsohn hat das Wort. Delegierter Dr. Mossinsohn (spricht hebräisch). Er wendet sich gegen den Vorschlag des Präsidenten, weil die Vorlage den Delegierten zu spät zugegangen ist. Präsident Wolffsohn (unterbricht den Redner in hebräischer Sprache und setzt dann fort): Herr Mossinsohn ist hauptsächlich deswegen gegen die Annahme des Geschäftsordungsentwurfes, weil ihm dieser zu spät zugegangen ist. Wir müssen aber eine Geschäftsordnung haben. Der Kongreß hat bisher sehr unter dem Mangel einer solchen zu leiden gehabt. Wir haben ein Komitee hierfür eingesetzt, welches monatelang gearbeitet hat, bis es endlich nach verschiedenen Beratungen in der Lage war, Ihnen eine Geschäftsordnung vorzuschlagen. Ich kann mir lebhaft denken, daß einzelne Delegierte gegen die Annahme sein werden; denn allen gerecht zu werden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Da wir aber eine Geschäftsordnung brauchen, so werde ich einfach den Kongreß befragen, ob wir jetzt darüber abstimmen sollen, oder nicht. (Zwischenrufe). Zur Geschäftsordnung erteile ich Herrn Kaplansky das Wort. Del. Kaplansky: Geehrter Kongreß! Ich stelle fest, daß nach der geltenden Geschäftsordnung die Tagesordnung des Kongresses mehrere Wochen oder Monate vor Beginn des Kongresses zu veröffentlichen ist. In der vom Actions-Comite vorgeschlagenen und veröffentlichten Tagesordnung war der in Frage stehende Punkt"jedoch nicht enthalten. Er wurde im letzten Momente gleichsam hineingeschleudert und auf die Tagesordnung gesetzt. Ich betrachte schon das allein als unzulässig. Ferner stelle ich fest, daß diese Geschäftsordnung organisatorische Begriffe, Einrichtungen und Körperschaften enthält, die dem neuen Organisationsentwurfe entnommen sind. Dieser Organisationsentwurf ist noch nicht akzeptiert und es ist daher unzulässig, daß der Kongreß über Einrichtungen abstimmt, bevor sie, vom Kongresse überhaupt begründet wurden. (Beifall.) Außerdem muß ich sagen, daß weite Kreise des Kongresses im allgemeinen diese Geschäftsordnung in vielen Punkten als eine Entrechtung größerer Minderheiten empfinden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und schon aus diesem Grunde würde es der geltenden Geschäftsordnung und der Würde des Kongresses entsprechen, wenn wir diese Frage noch nicht behandeln, sondern sie erst nach Erledigung des Organisationsstatutes zur Generaldebatte unterbreiten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident Wolffsohn: Herr Kaplansky, der Kongreß urteilt selbst darüber, was seiner Würde entspricht. Der Kongreß ist vollständigsouverän, zu beschließen, wie es ihm gefällt. Wenn der Kongreß damit einverstanden ist, daß diese Geschäftsordnung, die Ihnen zugestellt worden ist, von Ihnen angenommen wird, so ist der Kongreß wohl dazu berechtigt. Das Wort zur Geschäftsordnung hat Herr Rosenthal. Del. Rosenthal: Geehrter Kongreß! Der Herr Präsident hat soeben gesagt, daß der Kongreß ohne Geschäftsordnung nicht arbeiten kann. Daher .beantrage ich vorläufig bis zur Beschlußfassung über die neue Geschäftsordnung, über diesen Punkt zur Tagesordnung überzugehen, und bis dahin die alte Geschäftsordnung gelten zu lassen. (Beifall und Händeklatschen.) Dr. Bodenheimer: Ich möchte Sie doch um Annahme des Antrages des E. A. C. bitten. Sie erleichtern damit dem künftigen Präsidium des Kongresses die Arbeit. Nur einen Punkt möchte ich hervorheben: Wir haben in der

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